Expertenmeinungen: Mehr KI macht Spiele interessanter

von Frank Bartsch (17. März 2010)

Spiele, die sich dem Spielgeschehen und damit eurem persönlichen Spielverhalten anpassen? Klingt abwechslungsreich und genial. Voraussetzung für solch ein Konzept ist aber eine künstliche Intelligenz, die aufwendig programmiert werden müsste. Leider wird dies nicht oft umgesetzt, aber es gibt bereits gute Ansätze.

Dabei gibt es in der Gamesbranche verschiedene Auffassungen, was KI eigentlich bedeutet: "Jedes Game-Studio versteht darunter etwas anderes. Die einen meinen damit Navigation und Movement, die anderen Pathfinding, sprich: Wie komme ich von A nach B. Auch automatische Sequenzen werden schonmal als KI bezeichnet", berichtet Andreas Gerber, Chef von xaitment, das weltweit Spielestudios berät. "KI bedeutet aber Verfahren, die auch dem kritischen Blick eines Universitätsprofessors stand halten." Entsprechend komplex sind auch die Anforderungen an die Programmierer. Eine Spielfigur, die völlig autonom reagiert und nach eurem Spielverhalten auch ihr Verhalten anpasst, ist sehr aufwendig zu programmieren.

Gerber sieht aber bereits gute Ansätze: " Halo hat seit dem ersten Spiel eine gute KI. Auch bei Divinity 2 - Ego Draconis ziehen die Figuren teilweise Rückschlüsse auf das Spielerverhalten." Auch Spiele-Entwickler Carsten Orthbandt sieht Potenzial: "Es gibt einen Haufen guter Spiele, aber die meisten arbeiten mit vorgefertigten Blöcken von Verhaltensweisen, das würde ich nicht als herausstechend intelligent bezeichnen." Laut seiner Einschätzung könnten vor allem Online-Spiele von einer KI profitieren: "Als Hersteller muss man damit rechnen, dass es Spieler gibt, die zehn Stunden spielen, und solche, die zehn Monate spielen. Für beide Nutzergruppen interessante Inhalte ohne große Wiederholungen anzubieten, ist eine echte Herausforderung."

Die zurückhaltende Umsetzung von KI in Spielen liegt aber vor allem am hohen finanziellen Aufwand. KI-Forscher Klaus Jantke vom Fraunhofer Institut kann dies nachvollziehen: "Bei der Spielegrafik tut sich sehr viel, weil das, was man sieht, die Kaufentscheidung beeinflusst." Innere Qualitäten eines Spiels offenbaren sich aber erst nach intensiver Beschäftigung mit einem Titel. "Folglich macht die Industrie nur so viel wie nötig", so Jantke.

Gerade in der aktuellen Entwicklung von Bewegungssensoren sehen die Experten aber Vorteile. Ihr könnt so aktiv in das Spielgeschehen eingreifen und einen Lernprozess durchlaufen, zudem reagiert das Spiel direkt auf euer Verhalten. Trotzdem ist die Erforschung der KI noch in den Kinderschuhen und Andreas Gerber ist überzeugt, dass "ein Computergegner in dieser Hinsicht nie so gut sein wird wie ein Mensch." Daher sieht er auch den Erfolg von Online-Titeln, denn hier hat es der Spieler mit menschlichen Gegnern zu tun, die selten nach einem festen Schema reagieren.

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