Beispielhaft: England fördert Gamesbranche

von Frank Bartsch (26. März 2010)

Die englische Regierung fördert ab sofort die Gamesbranche. Vor allem Ian Livingston, ehemals Creative Director bei Eidos, machte sich im Vorfeld für eine Förderung von Spielen stark: "Wir sind immer noch das ungeliebte Stiefkind der Kreativindustrie und in den Augen des Establishments nur einen Hauch von der Pornographie entfernt." Eine ungünstige Steuersituation und mangelnde Ausbildung im Spielebereich bemängelte Livingston in England ebenfalls.

Nun kann die Gamesbranche in UK immerhin einen Teilerfolg verbuchen. Finanzminister Alistair Darling legte am 24. März einen neuen Haushaltsplan vor, der auch die Förderung kulturell wertvoller Spiele beinhaltet. Zwar ähnelt dieses Modell dem deutschen Computerspielpreis, aber in Deutschland wird eher Abstand von kritischen Themen oder auch Inhalten für Spieler über 18 Jahre genommen. Zwar ist die exakte Regelung für Förderbedingungen in England unklar, aber der englische Entwicklerverband sprach von einem "großen Nutzen" für die Branche.

Die erst kürzlich statt gefundene Podiumsdiskussion Munich Gaming thematisierte auch diese Herausforderung. Zwar waren die Teilnehmer sich einig, dass Deutschland im Bereich der Browser- und Online-Spiele gar nicht so schlecht dastünde, doch auf dem Konsolenmarkt eher kaum eine Rolle spielen würde.

England ist mit seinem Vorstoß aber keine Außnahme. So ist zum Beispiel Kanada für seine entwicklerfreundliche Politik bekannt und auch der US-Staat Louisiana hat sein Steuersystem umgestellt. Senator Ann Duplessis und Gouverneur Bobby Jindal verabschiedeten im Juli 2009 ein neues Gesetz, das Computer- und Videospiel-Unternehmen eine Steuerermäßigung von 25 Prozent auf die produzierten Medien zusichert.

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