Brütal-Legend-Macher Tim Schafer lästert über Activision-Boss Kotick

von Redaktioneller Mitarbeiter (15. Juli 2010)

Tim Schafer hat in einem Interview über den Chef von Activision Blizzard, Robert Kotick, hergezogen und dabei harte Worte. Schon oft geriet der Chef des Publishers besonders von Spielern unter heftige Kritik und auch Tim Schafer, kluger Kopf hinter Brütal Legend und vielen Adventures von LucasArts, kann sein Verhalten nicht gutheißen: "Er ist den Aktionären gegenüber verpflichtet. Tja, deswegen muss man sich ja nicht den Fatzke heraushängen lassen, oder? Ich glaube, da gibt es schon eine Möglichkeit, ohne dass man deswegen ein totaler Arsch sein muss. Das würde machbar sein. Daran ist er allerdings nicht interessiert."

Die Kollegen von Eurogamer.net fragten nach, warum ihn das denn interessieren sollte. Schafers Antwort: "Tja, er hebt ja gerne hervor, dass er keine Spiele mag, und ich glaube einfach, dass diese Einstellung im Allgemeinen nicht gut für Spiele ist. Wir stellen keine Standardprodukte her. Wir können das nicht angehen, als ob es Seifenstücke sind, wo man halt versucht, die billigste Seife herzustellen." Kotick habe aber genau diese Produkteinstellung. Allerdings sei dies nicht gerade hilfreich für die Branche. Man kann nicht immer auf einen Zug aufspringen, wenn etwas beliebt ist, und daraus jeden Cent pressen, so Schafer. "Irgendwann musst du was erschaffen, was aufbauen", heißt es im Interview. Schafer würde es begrüßen, wenn sich Kotick einer anderen Branche zuwenden würde - die Rüstungsbranche sei vielleicht etwas für ihn, schlug er im Interview vor.

Activisions Stellungsnahme zu diesem Interview lässt natürlich nicht lange auf sich warten. Kotick äußert sich zwar nicht selbst, aber immerhin versucht der Publisher seinen Geschäftsführer zu verteidigen: "Bobby hatte schon immer eine Leidenschaft für Spiele und liebt die Spielebranche. Aber als Geschäftsführer eines Unternehmens, das Spiele produziert, die Millionen von Leuten unterhalten, ist es schwierig, so häufig Spiele zu spielen, wie er gerne würde, und wie er es früher getan hat." Ebenso heißt es: "Wie Schafer selbst anmerkte, hat er Kotick nie selber getroffen."

Ob berechtigte Kritik oder nicht, das mag jeder selbst entscheiden - allerdings ist Schafer bei weitem nicht der einzige, der das Verhalten von Robert Kotick bzw. dem Kurs von Activison Blizzard kritisiert. Hintergrund ist aber auch ein millionenschwerer Rechtsstreit zwischen Activison Blizzard und Schafer, der letzlich Brutal Legend bei Electronic arts veröffentlichte.

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