Daten-Skandal bei Sony: Offenbar erste Betrugsfälle, PSN-Neustart angekündigt

von Joachim Hesse (28. April 2011)

Wie Sony heute in ihrem Firmen-Blog ankündigt, sollen zumindest Teile des PlayStation-Netzwerks (PSN) am 3. Mai wieder starten. Vielleicht sogar mit neuen Funktionen (spieletipps berichtete). "Wir möchten betonen, dass die Dienste erst wieder anlaufen, wenn wir glauben, dass das Netzwerk sicher ist", heißt es weiter. Die Erkenntnis kommt spät. Unser Tipp: Sobald ihr euch wieder anmelden könnt, solltet ihr dort als ersten Schritt euer Passwort ändern.

Mittlerweile spitzt sich die Situation weiter zu. Im Internet berichten PSN-Nutzer auf amerikanischen Seiten über nicht authorisierten Abbuchungen von ihren Kreditkarten. Da jedoch 77 Millionen Nutzerkonten betroffen sind, könnte das auch Zufall sein. spieletipps liegen aktuell keine Informationen über Fälle aus Deutschland vor. Der Imageschaden für Sony ist trotzdem auch hier zweifellos immens.

Zunächst sah alles nach einem kurzfristigen Ausfall des PSN aus. Kurz vor Ostern schaltete Sony das Netzwerk ab, angeblich für "Wartungsarbeiten" (siehe Hintergrundbericht auf spieletipps). Seither können PS3-Besitzer unter anderem die Online-Funktionen ihrer Spiele nicht mehr nutzen. Gestern leistete Sony dann eine Art Offenbarungseid: Hacker hätten auf das PSN zugegriffen und Daten gestohlen. Darunter persönliche Daten wie Namen, Geburtsdaten, E-Mail-Adressen und vermutlich auch hinterlegte Kreditkarteninformationen (wir berichteten).

Der Konzern muss sich nun fragen lassen, weshalb man die PSN-Nutzer nicht früher informiert hat - immerhin fand der Hacker-Angriff bereits zwischen dem 17. und 19. April statt. Außerdem möchten die Betroffenen erfahren, weshalb Sony die Daten nicht besser geschützt hat. Über den Blog räumt der Konzern bereits ein, dass die persönlichen Daten nicht verschlüsselt waren. Gleichzeitig versucht man zu beruhigen, was die heikle Kreditkarten-Geschichte betrifft. "Die Daten der Kreditkarten waren verschlüsselt, wir haben keine Beweise, dass sie entwendet wurden", so Patrick Seybold, ein leitender Angestellter von Sony in Amerika. Inzwischen prüfen bereits Anwälte, ob Sony für Schäden aufkommen muss.

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