PSN-Datenskandal: Sony antwortet auf Fragen, Hackergruppe dementiert

von Frank Bartsch (06. Mai 2011)

Nachdem der amerikanische Kongress eine schriftliche Stellungnahme von Sony gefordert hat (wir bericheten), hat Sony-Chef Kaz Hirai nun geantwortet. Aktuelle Untersuchungen zu dem Datenraub lassen vermuten, dass die Hackergruppe "Anonymous" für den Datenraub verantwortlich sei.

In einem Brief an den amerikanischen Kongress bezieht Hirai ausführlich Stellung zu den Fragen der Kongressabgeordneten. Während der derzeitig laufenden Untersuchungen hätten die Ermittler auf den gehackten Servern eine Textdatei mit der Bezeichnung "Anonymous" entdeckt. Darin fanden sich die Worte "We are Legion" - ein Motto des Netzwerks.

Mittlerweile hat sich auch die Hackergruppe Anonymous erneut zu Wort gemeldet. Anonymous dementiert die Anschuldigungen Sonys. Die amerikanische Internetseite Venturebeat.com hat einen Brief der Hacker veröffentlich, in dem es heißt: "Wenn Sony den Kreditkartendiebstahl legitim und ehrlich untersucht, wird Anonymous nicht dafür verantwortlich gemacht werden."

Das ist der aktuelle Wissensstand:

Steckt Anonymous hinter den Angriffen?

Sicherheitsexperten mahnen zur Vorsicht, da jeder professionelle Hacker den Verdacht wohl auf andere Personen lenken würde. Zudem hat das Netzwerk bereits beteuert nichts mit den aktuellen Angriffen zu tun zu haben. Diese Aussage hat die Gruppe erneut bestätigt. Meinungsverschiedenheiten zwischen Sony und der Gruppierung sind allerdings auch nicht neu und zudem haben Anonymous mit weiteren Schritten gegen Sony gedroht. Trotz aller Untersuchungen ist bislang aber nicht klar, wer nun wirklich hinter dieser "professionell geplanten Aktion" steckt.

Wann genau wurde der Angriff bemerkt?

Bereits am 19. April stellte Sony America Unregelmäßigkeiten fest. Als am 20. April ein externer Datenzugriff erfolgte, hat der Konzern den Onlinedienst vom Netz genommen. Kurz darauf schaltete Sony die amerikanische Bundespolizei FBI ein. Offensichtlich sind die Ermittlungen zu dem Vorfall schon weit fortgeschritten. Doch angeblich um die Arbeit der Sicherheitsexperten nicht zu stören, erwähnt Hirai keine Details.

Warum wurden die Nutzer erst so spät informiert?

Sony schiebt dies unter anderem der Komplexität des PSN und Qriocity zu. Nachdem bei Sony bereits der unautorisierte Zugriff bemerkt und entsprechende Maßnahmen ergriffen wurden, begann die Suche nach der Ursache. Es dauerte mehrere Tage bis die Sicherheitsexperten mit 100 prozentiger Sicherheit bestätigen konnten, dass ein externe Datenzugriff vorlag. Direkt danach seien die Nutzer informiert worden.

Wurden nun wirklich Kreditkarteninformationen entwendet?

Laut Hirai wurden keine Kreditkarteninformationen entwendet. Der Konzern hält trotzdem regen Kontakt mit den führenden Kreditkartengesellschaften. Auch dort soll bislang noch kein Missbrauchsfall in direkter Verbindung mit dem PSN-Datenskandal aufgetreten zu sein.

Wie geht es nun weiter?

Sony arbeitet daran, das PSN wieder zum Laufen zu bringen. Weitreichende Sicherheitsmaßnahmen werden nun eingearbeitet, damit solch ein Angriff nicht erneut statt finden kann. Verschiedene Entschädigungen sind ebenfalls eingeplant beim Start. Doch wann nun endlich das PSN wieder einsatzfähig ist, bleibt nach wie vor offen.

Hier findet ihr die Übersicht über alle Informationen zum Datenskandal: http://www.spieletipps.de/artikel/3263/1

1 von 8

Kaz Hirai - Antworten zum Datenskandal

Kommentare anzeigen
Lioncast: Günstiges Headset LX50 für Zocker erschienen

Lioncast: Günstiges Headset LX50 für Zocker erschienen

Hardware-Hersteller Lioncast bringt zur Weihnachtszeit mit dem LX50 ein neues Gaming-Headset auf den Markt. Unter dem M (...) mehr

Weitere News