Oslo-Attentat und seine Folgen: Videospieler werden laut Experte diskriminiert

von Redaktioneller Mitarbeiter (03. August 2011)

Der Psychologe Christopher Ferguson spricht über die Anschläge in Norwegen und die Verbindung zu Videospielen. Er gilt als Experte für Gewalt in Videospielen und äußert sich im Interview gegenüber Forbes kritisch zu den Vorwürfen, Videospiele seien Schuld für Amokläufe.

"Ich weiß, dass es ein wenig kontrovers ist, das zu sagen, aber bei diesen Morden gibt es eine bestimmte Form von Rassismus", so Ferguson. "Wenn Schießereien in einer Innenstadt an Schulen passieren, die hauptsächlich von Minderheiten besucht werden, werden Videospiele nie zum Thema gemacht. Aber passiert es in Schulen mit überwiegend weißen Schülern oder in Vororten, drehen die Leute durch und geben zwangsläufig Videospielen die Schuld. Ich denke, hier liegt eine bestimmte Form von Rassismus oder Ignoranz vor."

Für Ferguson gibt es eine Gruppe von Menschen, die Videospiele für alles verantwortlich machen. Er nennt diese Menschen "sensationsgeile Krankenwagenjäger". Seiner Meinung nach ist es rücksichtslos, "politisch von der Tragödie anderer profitieren zu wollen", so Ferguson.

Für Ferguson steht es außer Frage, dass Videospiele nicht der Grund für Amokläufe seien: "Wissenschaftlich gesehen ist die Vorstellung, dass Gewalt in Spielen, Filmen oder dem Fernsehen zu Massenmorden beiträgt, so ziemlich widerlegt worden und es gibt keine echte Grundlage dafür."

Zum Schluss hält Ferguson fest: "Das Spielen von gewalthaltigen Videospielen bei einem männlichen und jugendlichen Täter mit Massenmorden in Verbindung zu bringen, ist so, als würde man die Tatsache, dass er Sneaker getragen hat, dafür verantwortlich machen. Ein solches Verhalten ist so geläufig, dass es keinen prognostischen Wert hat."

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