Windows 8 - Marktplatz und die "Ab 18"-Spiele: Viel Lärm um Nichts

von Michael Orth (30. Oktober 2012)

Microsoft wird im Marktplatz von Windows 8 nun doch auch "Ab 18"-Spiele anbieten. Damit geht eine Posse zu Ende, in der Microsoft wegen seiner Entscheidung für einen jugendfreien Vertriebskanal ordentlich Kritik einstecken musste.

Allerdings wird die Änderung erst im Dezember wirksam. Bis dahin können Nutzer von Windows 8 nur PC-Spiele mit einer Einstufung von maximal "ab 16" im Betriebssystem-eigenen Marktplatz erwerben.

Wie es überhaupt zu dem ganzen Wirbel kam? Mit einem Eintrag des Bloggers Casey Muratori fing alles an. Unter anderem führte er dort aus, dass Microsoft keine "Ab 18"-Spiele im Marktplatz haben will.

Microsofts offizielle Richtlinien zur Zertifizierung von Apps für Windows 8 ("Windows 8 apps certification requirements") sind seit Juli öffentlich einsehbar. Dort heißt es unter den Punkten 5.1 und 6.2: "Anwendungen mit einer Einstufung höher als PEGI 16, ERSB MATURE oder einer vergleichbaren Einstufung unter einem anderem Kennzeichnungssystem sind nicht erlaubt." Die dazugehörige Tabelle führt unter anderem explizit auch das deutsche USK-System auf.

Es war nicht offensichtlich, ob nun für den deutschen Marktplatz (ausschließlich) das USK-System als Bezug gilt, oder ob schon irgendeine "Ab 18"-Einstufung unter den diversen Systemen reicht, damit Microsoft das Spiel nicht anbietet. Die entsprechenden Passagen in den Richtlinien lesen sich schwammig. Microsoft konnte spieletipps auch auf mehrfache Anfrage hin keine Antwort liefern.

Es stellte sich die Frage, ob das Thema überhaupt relevant ist. Die Rahmenrichtlinien zielen schließlich vor allem auf "kleine" Apps ab, die sich ins Betriebssystem stark integrieren. Diese (notwendige) Integration ist nur beim Bezug über den Marktplatz möglich, Microsoft verkauft die entsprechenden Programme sozusagen exklusiv.

Bei den üblichen Vollpreisspielen ist in der Hinsicht aber nichts Auffälliges zu erwarten. Sprich: Sie setzen auf Windows 8 als Betriebssystem, "verschmelzen" aber nicht damit. Von daher gibt es keinen triftigen Grund, seine Spiele nicht weiter über die üblichen Kanäle zu beziehen: Ladengeschäft, Steam und andere digitale Download-Plattformen.

Wenn sich der Marktplatz von Windows 8 mittelfristig als wichtiger Vertriebskanal auch für PC-Spiele erweist, hätte es spannend werden können. Es war durchaus denkbar, dass Hersteller ihre Spiele extra hätten anpassen müssen. Schließlich sind selbst relativ "harmlose" Titel wie The Elder Scrolls 5 - Skyrim oder Xcom - Enemy Unknown im weit verbreiteten PEGI-System als "Ab 18" eingestuft. Diese Überlegungen sind nun hinfällig.

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