Nach Amoklauf in Newtown: Vizepräsident Biden auf Seite der Spielindustrie

von Frank Bartsch (15. Januar 2013)

Nach dem blutigen Amoklauf in Newtown im Dezember 2012 beginnt ein Umdenken bei vielen Amerikanern. Die Videospielindustrie rückt jetzt auch in den Fokus des Rangelns um härtere Waffengesetze.

Während Präsident Barack Obama seinen Vizepräsidenten Joe Biden in den Kampf für ein Umdenken bei den Amerikanern schickt, fürchtet die starke Waffenlobby NRA (National Rifle Association) um deren Umsätze, Ansehen und politischen Einfluss. Während die NRA nun einen eigenen Shooter veröffentlicht, sucht Vizepräsident Biden den Dialog mit Vertretern der Videospielindustrie.

Mit NRA - Practice Range gibt es ab sofort für iOS-Geräte ein offizielles Spiel der NRA. In dem Spiel soll recht rudimentär das Zielen und Abfeuern verschiedener Waffenarten vermittelt werden. Die kostenfreie App bietet darüber hinaus Hinweise zum Waffenhandling und Neuigkeiten vom Waffenmarkt, wie die englischsprachige Seite shacknews berichtet.

Richtig absurd ist diese App, da sie als Zielgruppe Kinder ab 4 Jahren hat. Darüber hinaus erscheint das Spiel nur Wochen nachdem der NRA-Vorsitzende Wayne LaPierre Videospiele in die Verantwortung für Gewalttaten in die USA zieht.

Im Gegensatz dazu formt Vizepräsident Joe Biden aktuell ein Gegengewicht zum starken Einfluss der NRA. Die im Aufbau befindliche Interessengemeinschaft aus Waffengegnern besteht aus kirchlichen Verbänden, Filmstars und auch mildtätigen Vereinen. Darüber hinaus möchte Biden die Videospielindustrie mit im Boot haben.

Am 11. Januar 2013 saßen deswegen Biden und verschiedene Vertreter der Videospielindustrie zusammen. Im Video sitzt Biden zwischen EA-Chef John Riccitiello und dem Vorsitzenden der Electronic Software Association, Michael Gallagher.

Die Parteien diskutierten über den tatsächlichen Einfluss der Medien auf den Ursprung von Gewaltverbrechen. Dem Treffen gingen verschiedene Anfragen von Interessenverbänden (auch hier gibt es natürlich Lobbyismus) voran, die Biden eingeladen hatten.

Ziel des Gesprächs ist gewesen, dass Möglichkeiten erörtert werden sollten, wie künftig mit Spielen wie Call of Duty, Battlefield und Co. umgegangen werden sollte, ohne die Inhalte zu stark zu beschneiden. Das Ergebnis bleibt abzuwarten. Vizepräsident Biden legt seine Erfahrungen und Empfehlungen aus verschiedenen Gesprächen Präsident Obama vor.

In Southington, einer Gemeinde in der Nähe von Newtown, sollten bereits gewaltverherrlichende Medien verbrannt werden. Die Aktion wurde aber abgebrochen.

Kommentare anzeigen
The Legend of Zelda - Breath of the Wild: Genießt neue Spielszenen

The Legend of Zelda - Breath of the Wild: Genießt neue Spielszenen

Rund um die Verleihung der Game Awards hat es auch ein Video mit frischen Spielszenen aus The Legend of Zelda - Breath (...) mehr

Weitere News