Valve: Linux ist die Zukunft für PC-Spiele - kommt die Steambox?

von Rüdiger Steidle (17. September 2013)

Valve: Linux ist die Zukunft für PC-Spiele - kommt die Steambox?Valve: Linux ist die Zukunft für PC-Spiele - kommt die Steambox?

Gabe Newell, Mitbegründer und Chef von Valve, hat auf der Fachmesse Linuxcon seine Ansichten zum gegenwärtigen Stand und zur Zukunft der PC-Spiele dargelegt.

In seinem Vortrag (den ihr euch weiter unten auf Englisch ansehen könnt) zeigt er sich überzeugt, dass Linux und nicht Windows die kommende Plattform für PC-Spieler darstellt.

Valve (Half-Life, Steam) selbst unternehme laut Newell große Anstrengungen, um Linux für Spieler salonfähig zu machen. Der vorläufige Höhepunkt der Arbeit soll ein eigenes Linux-System werden, das Valve Ende September präsentieren will. Das dürfte die sagenumwobene Steambox sein.

In seiner Präsentation beschäftigt sich Newell zunächst mit dem aktuellen Zustand der PC-Spielebranche.

Seine Thesen:

  • Offene Plattformen wie der PC treiben die technische Entwicklung voran.
  • Der PC eilt den Konsolen in jüngster Zeit immer weiter voraus, sodass inzwischen selbst Sony und Microsoft auf PC-Technik für die PlayStation 4 und die Xbox One setzen.
  • Die größten Innovationen gab es in den vergangenen Jahren auf dem PC, nicht auf Konsolen. Beispiele: Digitalvertrieb (also Spiele zum Herunterladen), "Free 2 Play", "Social Gaming", MMOs.
  • Ein wesentliches Element für den Erfolg eines Spiels ist, dass die Spieler selbst Inhalte (Mods, Missionen, Grafiken) erstellen können. Beispiel: Es gibt für Left 4 Dead inzwischen zehnmal so viele Inhalte von Spielern wie vom Entwickler Valve ursprünglich angefertigt.
  • Diese Werkzeuge fehlen auf geschlossenen Plattformen (Konsolen, Apple iOS).
  • Windows entwickelt sich immer mehr zur geschlossenen Plattform.
  • Während die Verkaufszahlen von PC-Technik sinken, steigen die Umsatzzahlen von PC-Spielen.

Anschließend wendet sich Newell Linux zu. Zunächst stellt er fest, dass Linux bislang für Spieler "eine mühsame Erfahrung" sei. Nur etwa 1 Prozent aller Spieler würden das offene Betriebssystem verwenden. Valve arbeite aber hart daran, die Situation zu verbessern.

Der erste Schritt sei die Umsetzung des Steam-Systems für Linux im Februar 2013 gewesen. Inzwischen gebe es dort 198 Spiele für Linux, darunter einige von Valve selbst.

Die Entwicklung der Linux-Versionen sei anfangs schwierig gewesen. Die Verantwortlichen haben beispielsweise erst zusammen mit den Chipherstellern ATI und Nvidia bessere Grafiktreiber programmieren müssen. Inzwischen würden die Linux-Spiele aber sogar besser laufen als ihre Gegenstücke unter Windows.

Valve will mit diversen Werkzeugen dazu beitragen, dass andere Entwickler Spiele für Linux leichter erstellen können.

Der nächste und wichtigste Schritt für Valve sei die Vorstellung eines eigenen Spielesystems für Linux, das die "Wohnzimmer-Erfahrung" (Konsolen) und die "Schreibtisch-Erfahrung" (PC) verbinden soll.

Dabei dürfte es sich um die berüchtigte Steambox handeln, die in den vergangenen Monaten immer wieder durch die Presse geisterte. Valve will die konkreten Pläne in der kommenden Woche preisgeben.

Kommentare anzeigen
The Legend of Zelda - Ocarina of Time: Vinyl-Version des Soundtracks ab heute vorbestellbar

The Legend of Zelda - Ocarina of Time: Vinyl-Version des Soundtracks ab heute vorbestellbar

Die Musik aus The Legend of Zelda - Ocarina of Time vom japanischen Komponisten Koji Kondo gehört zu den bekanntes (...) mehr

Weitere News