PlayStation 4: Verschärfte Lizenzbedingungen verwirren Spieler und Let's Player

von Gabriel Blum (13. November 2013)

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Große Aufregung auf Twitter und Facebook: Angeblich verbietet die neue Nutzerrichtilinie (EULA) von Sony für die PlayStation 4 den Weiterverkauf von gebrauchten Spielen. Dort heißt es:

"Sie dürfen weder Disc-basierte Software noch Software-Downloads weiterverkaufen, insofern dies nicht ausdrücklich von uns autorisiert wurde. Ist der Herausgeber ein Drittanbieter, so wird zusätzlich von diesem Drittanbieter eine Erlaubnis benötigt."

Damit weicht Sony anscheinend von dem Gebrauchtspiele-Versprechen ab, das sie auf der E3 gegeben hatten. Inzwischen hat sich der Chef der Sony Worldwide Studios, Shuhei Yoshida, per Twitter zu dem Thema geäußert und die Sache klargestellt: Es sei nach wie vor erlaubt, gebrauchte Spiele auf Disc zu verkaufen. Auch Sony Deutschland bestätigt spieletipps auf Nachfrage, dass ihr gebrauchte Spiele auch auf der PlayStation 4 wie gewohnt verkaufen dürft.

Yoshida-san erklärt: "Wir nutzen generell kein Digitales Rechte Management (DRM). Das ist nur eine rechtliche Phrase. Alle dürfen wie angekündigt auf PlayStation 4 ihre Disc-Spiele verkaufen. Das ist eben die Sprache der Anwälte."

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So weit, so gut. Immerhin eine kleine Entwarnung. Wie das nun Dritthersteller in der Praxis handhaben, bleibt jedoch weiterhin ungeklärt.

In den neuen Nutzungsbedingungen findet sich allerdings unter Punkt 11.1 und 11.2 noch eine andere interessante Klausel, die besonders Journalisten und Let's Player interessieren dürfte. Hier geht es um von Benutzern erstellte Inhalte (UGM), also zum Beispiel Videos:

"UGM, die von Ihnen erstellt und geteilt wurden, gehören zwar Ihnen, aber wir und, sofern geltend, der entsprechende Software-Herausgeber behalten uns das Recht auf dieses geistige Eigentum vor. Es ist daher untersagt, UGM für kommerzielle Zwecke zu nutzen, ohne dass hierfür unsere Zustimmung oder die des Software-Herausgebers vorliegt."

Sony will damit verhindern, dass sich Inhalte (etwa Aufnahmen aus Vorabversionen von Spielen) von Sony ungewollt online verbreiten. So lassen sich theoretisch natürlich auch unliebsame Aussagen unterbinden, falls Sony plötzlich etwas dagegen hätte, wenn Schnitte in Spielen oder Programmfehler thematisiert werden. Sony selbst nimmt sich hingegen das Recht heraus, alles für eigene Zwecke nutzen zu dürfen. Denn weiter heißt es: "Auch autorisieren Sie uns, Ihre UGM zu lizenzieren, zu verkaufen oder auf andere Weise kommerziell zu nutzen, ohne Ihnen dafür eine Zahlung zu leisten (...)".

Was haltet ihr davon? Nötiger Anwaltskram, der in der Praxis keinen jucken wird, oder ein Einschnitt, den es zu verurteilen gilt?

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