Wer ist eigentlich? #36: Der kleine Junge aus Limbo

von Frank Bartsch (23. Februar 2014)

Der kleine Junge aus dem Spiel Limbo hat keinen Namen. Er ist ein Unbekannter. Das Spiel bietet viele unbekannte Faktoren und lässt selbst nach dem Spielende ordentlich Raum für Spekulationen.

Es ist dunkel, seltsam still und unheimlich. Ein kleiner Junge liegt mit geschlossenen Augen auf einer Wiese, irgendwo in einem Wald. Schließlich blinzelt er, seine Augen leuchten weiß im sonst völlig schwarzen Dickicht.

Der Junge richtet sich mühsam auf. Er hat ein Ziel vor Augen: Seine Schwester schwebt in Gefahr. Er will sie finden und retten. Doch der Wald, in dem er sich befindet, sieht wenig einladend aus.

Zahllose Fallen, bewaffnete Männer und blutrünstige Lebewesen wollen den Tod des Jungen. Alle anderen Lebewesen flüchten entweder vor ihm oder sind tot. Der Junge ist und bleibt allein in der gnadenlosen Welt.

Schnell wird klar, dass es sich bei der Umgebung nicht um eine bekannte Welt handelt, sondern um eine düstere Welt zwischen Leben und Tod. Limbo oder auf Deutsch „Limbus“ ist nach der römisch-katholischen Lehre eine Zwischenwelt, die auf dem Weg in den Himmel oder in die Hölle durchwandert werden muss.

So arbeitet sich der Junge auf sich allein gestellt voran. Keine Superkräfte und kein kooperativer Partner stehen ihm zur Seite. Doch was erwartet ihn am anderen Ende der grauenvollen und düsteren Gegend?

Während der kompletten Reise erlebt und sieht der Junge schreckliche Dinge. Doch weder weint er, noch schreit er vor Furcht oder auch Schmerz. Tapfer und schweigsam schreitet er voran.

In der mit grauen und schwarzen Tönen dargestellten Welt sind einzig die weißen Augen des Jungen ein Licht im Dunkel – solange er lebt.

Was Limbo neben der beunruhigenden Atmosphäre besonders verstörend wirken lässt, sind die drastischen Darstellungen der vielen unterschiedlichen Tode des Jungen.

Egal ob heranrasende Kreissägen, riesige Bärenfallen, brutale Spinnen oder Maschinengewehre - stets fliegen einzelne Körperteile über den Bildschirm, während ekelhafte Geräusche aus dem Lautsprecher dringen. Limbo ist definitiv kein Spiel für Kinder, auch wenn der Held im Spiel ein kleiner Junge ist.

Habt ihr euch durch komplexe Rätsel und Fallen gekämpft, so ist der Junge nach vielen Fehlversuchen (es gibt ja auch versteckte Fallen) am Ende angelangt.

Und dieses Ende steht symbolisch für das Spiel: Es wirft Fragen auf. Es lässt euch überlegen, interpretieren und philosophieren. Und zum Schluss fragt ihr euch vielleicht auch wieder: „Wer ist eigentlich der kleine Junge aus Limbo?“

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Wer ist eigentlich der kleine Junge aus Limbo?

Erster und bislang einziger Auftritt:

  • Limbo

Besondere Merkmale:

  • leuchtend weiße Augen
  • ist stumm
  • auf der Suche nach seiner Schwester
  • kämpft in einer Art Zwischenwelt gegen Gefahren

So viel zu dem kleinen Jungen in Limbo. Welche Spielfigur sollen wir in der nächsten Folge von "Wer ist eigentlich?" vorstellen?

  1. Scolar Visari (Killzone 1 und 2)
  2. Jorhan Stahl (Killzone 3)
  3. Hera Visari (Killzone 3)

Falls ihr es verpasst habt, dann schaut euch hier die vergangenen Ausgaben von "Wer ist eigentlich?" an:

Dieses Video zu Limbo schon gesehen?

Tags: Wer ist eigentlich  

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