Wer ist eigentlich? #39: Pac-Man

von Frank Bartsch (15. März 2014)

Pac-Man hat schon mehr als 30 Jahre auf dem gelben Buckel. Seine internationale Karriere begann übrigens mit einer Namensänderung.

1980 erblickte Pac-Man das Licht der virtuellen Welt. In Japan hieß der gelbe Vielfraß zunächst noch Puck Man. Bevor er dann in den 80ern die amerikanischen Spielhallen eroberte, änderten die Macher von Namco (heute Bandai Namco) den Namen in Pac-Man. So ein „P“ kann nämlich schnell in ein „F“ umgewandelt werden, das war Namco dann doch zu heikel.

Der Originalname leitet sich von der japanischen Lautmalerei "paku paku" für „wiederholt den Mund öffnen und schließen“ und der an einen Eishockey-Puck erinnernden Gestalt der Hauptfigur her. Zudem bedeutet „puck“ auf Englisch auch „Kobold“.

Designer Tōru Iwatani gibt an, dass die Spielfigur Pac-Man zum einen durch den Anblick einer Pizza, bei der ein Stück fehlte, inspiriert ist, sie zum anderen eine vereinfachte Form des japanischen Worts für Mund darstellt.

Das Spielprinzip von Pac-Man besticht durch Einfachheit und einen nicht zu unterschätzenden Suchtfaktor. Die Spielfigur Pac-Man muss Punkte in einem Labyrinth fressen, während sie von Gespenstern verfolgt wird. Fresst ihr eine „Kraftpille“, könnt ihr für eine gewisse Zeit umgekehrt selbst die (nun blau eingefärbten) Gespenster verfolgen.

Manchmal erscheint auch eine Kirsche oder ein anderes Symbol im Spielfeld, das euch Extrapunkte einbringt, wenn ihr sie fresst. Sind alle Punkte gefressen, gelangt ihr in den nächsten Level. Dieser unterscheidet sich vom vorigen im Wesentlichen nur durch die höhere Spielgeschwindigkeit. Links und rechts am Bildschirm befindet sich ein Tunnel, durch den ihr gehen und so die Gegner täuschen könnt. Die Gespenster bewegen sich nicht zufällig. Jedes hat eine bestimmte Strategie, die den Bewegungen bzw. Eingaben des Spielers folgt.

Da das Spiel ein weibliches Publikum ansprechen sollte, gestalteten die Entwickler „niedliche“ Gegner-Figuren. Pac-Mans Gegenspieler sind vier bunte Geister mit großen Augen, deren Gestalt an das fransige Ende eines Wischmopps erinnert. Die Geister zeigen jeweils ein eigenes Verhalten und tragen Namen und Spitznamen. In Deutschland sind sie als Blinky, Pinky, Inky und Clyde bekannt.

Die japanischen Originalbezeichnungen lassen mehr Hinweise auf die Taktiken der Geister zu, sie lauten nämlich „Verfolger“, „Hinterhalt“, „unberechenbar“ und „Dummkopf“.

Erst durch Pac-Man-Wettbewerbe ist die Bezeichnung „perfect game“ entstanden. Solch ein perfektes Spiel bei Pac-Man absolvierte zuerst Billy Mitchell im Jahr 1999. Er meisterte 255 Abschnitte mit maximaler Punktzahl und ohne Lebensverlust. Dabei sammelte er sämtliche Boni ein und fraß jeden blauen Geist. Der maximale Zählerstand liegt bei 3.333.360 Punkten.

Level 256 war übrigens das Ende des eigentlichen Endlos-Spiels. Ein Fehler in der Systemarchitektur des Spiels macht das Weiterkommen nämlich durch ein unlösbares Labyrinth unmöglich. Der rechte Bildschirmrand zeigt dann ein undurchdringliches Wirrwarr aus Zahlen, Buchstaben und anderen Zeichen. Mitchell soll sogar ein Preisgeld in Höhe von 100.000 Dollar (rund 72.000 Euro) ausgesetzt haben für denjenigen, der nachweislich Level 256 meistert. Seine Offerte galt für sechs Monate. Mitchell musste nie zahlen.

Pac-Man prägte die Popkultur, wie kaum ein anderes Spiel. Nicht nur, dass es massig Fortsetzungen, Klone, Plüschtiere oder auch Klamotten rund um den Vielfraß gibt. Pac-Man setzte sich auch in anderen Bereichen durch.

In der Wirtschaft gibt es beispielsweise eine sogenannte „Pac-Man-Strategie“. Das Prinzip: Schluckt Pac-Man eine bestimmte Pille, wird er vom Gejagten zum Jäger. Übertragen bedeutet dies: Unternehmen können eine Übernahme abwehren, wenn sie versuchen, mit eigenem Kapital selbst den Kaufinteressenten aufzukaufen.

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Wer ist eigentlich Pac-Man?

Erster Auftritt:

  • Puck Man/ Pac-Man (1980)

Besondere Merkmale:

  • gelber Nimmersatt
  • frisst sich durch Labyrinth-Abschnitte
  • vier Geister verfolgen ihn
  • ist schon mehr als 30 Jahre alt

Weitere Auftritte in Spielen:

  • zahlreiche Pac-Man-Spiele
  • zuletzt in der durchwachsenen Spiele-Sammlung Pac-Man Museum

So viel zu Pac-Man. Welche Spielfigur sollen wir in der nächsten Folge von "Wer ist eigentlich?" vorstellen?

  1. Minsc (Baldur’s Gate)
  2. Revan (Star Wars - Knights of the Old Republic)
  3. Naruto (Naruto-Shippuden-Reihe)

Falls ihr es verpasst habt, dann schaut euch hier die vorherigen Ausgaben von "Wer ist eigentlich?" an:

Dieses Video zu Pac-Man schon gesehen?

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