Spielezensur: China veröffentlicht erstmals Regeln zur Genehmigung von Videospielen

von Gabriel Blum (27. April 2014)

Die chinesische Regierung hat erstmals die Regeln öffentlich gemacht, nach denen entschieden wird ob ein Videospiel in der Volksrepublik auf den Markt kommt.

Die Liste enthält laut der englischen Spieleseite gamesinasia.com durchaus positive Überraschungen. So wird für die Genehmigung nicht das strenge Kulturministerium in Peking, sondern eine Behörde im weltoffenen Shanghai zuständig sein. Außerdem soll der gesamte Prozess nicht länger als 20 Tage dauern, was offenbar bisher für andere Kulturprodukte wie Filme oder Bücher nicht unbedingt der Fall war.

Die Liste der Kriterien enthält durchaus Punkte, die man auch aus heimischen Landen kennt. So dürfen die Spiele nicht gegen die chinesische Verfassung verstoßen oder zu Rassenhass anstacheln. An dieser Stelle sei an die Aufregung um South Park - Der Stab der Wahrheit erinnert, als die Veröffentlichung in Deutschland wegen eines verfassungswidrigen Symbols kurzfristig verschoben werden musste.

Und auch in Deutschland wird der Verkauf von Spielen zum Teil stark eingeschränkt. Immerhin kommen die Spiele nach ein paar Jahren auch wieder vom Index herunter, wie zuletzt Ende März 2014 geschehen.

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Rehabilitiert: Diese Spiele stehen nicht mehr auf dem Index der BPjM

Daneben gibt es aber auch Begründungen, die auf einen klaren Versuch der Machthaber hindeuten, den Einfluss westlicher Medien im Land so weit es geht zu begrenzen. So dürfen Spiele zum Beispiel nicht die nationale Sicherheit oder das Ansehen Chinas in der Welt gefährden.

Diesem Kriterium fiel Ende 2013 Battlefield 4 zum Opfer. Im Zweifelsfall wird sich daher auch in Zukunft immer ein Grund finden, einen missliebigen Inhalt, egal ob in Form eines Spiels, Films oder Buches, der einheimischen Bevölkerung vorzuenthalten.

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