Wahr oder falsch? #108: Blutige Chemikalien in Hideo Kojimas "Snatcher"

von Dennis ter Horst (27. September 2014)

Der Entwickler Hideo Kojima ist wahrscheinlich so gut wie jedem ein Begriff. Denn mit seiner Serie Metal Gear Solid hat er Videospielgeschichte geschrieben. Wobei er natürlich auch andere Projekte hat, wie aktuell zum Beispiel das gruselige Silent Hills.

Doch Kojima hat in der Vergangenheit an vielen Projekten gearbeitet. So auch an dem Spiel Snatcher, das anfangs auf mehreren Disketten auf den Markt kam. Später folgte eine Umsetzung für die PlayStation und auch eine PC-Version mit CD wurde veröffentlicht.

In dem Spiel geht es um die namensgebenden Snatcher. Das sind humanoide Roboter, die Menschen töten und deren Körper dann als Wirt nutzen, um sich so in die Gesellschaft zu integrieren. Ein wenig unheimlich, aber von der Idee her war es Ende der 80er Jahre auf jeden Fall denkenswert.

Nun hatte Kojima aber angeblich etwas ganz Absurdes angeordnet, was die Spiel-Disketten von Snatcher angeht. So hat er seine Mitarbeiter dazu aufgefordert, eine bestimmte Chemikalie zu besorgen und die Disketten damit zu versehen. Das Ergebnis: Die Disketten würden bei Erhitzung nach Blut riechen.

Doch hat Kojima dies tatsächlich angeordnet und ist das wahr? Nein. Ist es nicht. Dieser Mythos ist falsch.

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Wahr oder falsch? #108: Disketten von Snatcher riechen nach Blut

Es ist nicht wahr, dass die Disketten nach Blut riechen, als sie sich damals im Rechner beim Spielen erhitzten. Jedoch stimmt es, dass Kojima diese besondere Chemikalie besorgen wollte, um die Disketten nach einiger Zeit nach Blut riechen zu lassen.

Der Grund dafür ist an sich auch ziemlich einfach. Er wollte das Gefühl verbreiten, an einem richtigen Tatort zu sein, während ihr Snatcher spielt. Eine abstruse Idee, die wahrscheinlich einfach zu verrückt war, um sie tatsächlich durchzusetzen.

Darüber hinaus wären viele Spieler nach einiger Zeit auch komplett von den Socken gewesen. Denn wer würde sich nicht wundern, wenn es auf einmal nach Blut riechen würde, obwohl lediglich der Computer läuft? Da würde wohl niemand daran denken, dass die Disketten mit Chemikalien bearbeitet wurden.

Kojima hatte also schon immer verrückte Ideen, wobei diese zu den originelleren gehört. Hersteller Konami war übrigens dagegen, dass diese Chemikalie verwendet wird, wobei der genaue Grund nicht genannt wurde. Möglicherweise waren die Produktionskosten auch zu hoch, um diese Idee wirklich umsetzen zu können.

Trotzdem ist es verwunderlich, dass Entwickler überhaupt auf solche Ideen kommen können. Aber kreativen Köpfen sind ja bekanntlich keine Grenzen gesetzt. Und sollte es in eurer Wohnung mal aus heiterem Himmel etwas rostig riechen, könnt ihr ja mal euren Rechner oder eure Konsole prüfen. Vielleicht rotiert darin gerade ein Spiel von dem guten Herrn Kojima.

Weitere Folgen von Wahr oder falsch? findet ihr hier:

*Wahr oder falsch? #107: Gibt es Bigfoot in GTA - San Andreas? *Wahr oder falsch? #106: Gibt es das Ungeheuer von Loch Ness bei Saints Row 2? *Alle weiteren Ausgaben von Wahr oder falsch?

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