Wahr oder falsch? #136: Darf jeder Mensch zu jeder Zeit online zocken?

von Dennis ter Horst (11. April 2015)

Die heutige Welt der Videospiele ist stark von Online-Spielen geprägt. Abenteuer wie World of Warcaft, Destiny oder Minecraft funktionieren teilweise nur online oder ergeben dort erst richtig Sinn. Schließlich bilden bei solchen Spielen kooperative Mechaniken eine zentrale Rolle.

Darüberhinaus geben euch Spiele mit Online-Modi generell die Möglichkeit, mit euren Freunden zusammen zu zocken. Oder ihr duelliert euch in heißen Online-Gefechten gegen Spieler aus aller Welt. Beides ist möglich und heutzutage nicht mehr wegzudenken.

Diese Spiel-Varianten sind noch dazu immer zugänglich. Sprich, solltet ihr nachts mal nicht schlafen können, ist es immer möglich, mal eben noch ein paar Duelle bei Hearthstone - Heroes of Warcraft auszutragen.

Doch wenn ihr glaubt, dass dies für jeden Spieler auf der ganzen Welt gilt, dann täuscht ihr euch. Je nach Alter sind Online-Spiele in Süd-Korea nämlich ein Privileg und eben nicht uneingeschränkt nutzbar.

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Die fünfte Erweiterung von World of Warcraft: Warlords of Draenor

Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren dürfen in Süd-Korea zwischen 0 und 6 Uhr keine Online-Spiele zocken. Dies ist ein nach wie vor sehr umstrittenes Gesetz, auch bekannt als "Shutdown Law (Abschaltungsgesetz)", das 2011 in Kraft getreten ist.

Doch wie genau funktioniert das? Bei der Geburt bekommt jeder Mensch in Süd-Korea eine eindeutige, 13stellige Kennnummer zugewiesen. Diese müsst ihr beispielsweise angeben, wenn ihr euch ein Profil bei battle.net anlegen wollt, dem Online-Dienst von Blizzard.

Demnach ist es in Süd-Korea sehr wohl möglich, das genaue Alter der Spieler zu bestimmen. Und wer da nicht mindestens 16 Jahre alt ist, guckt ab 0 Uhr nachts in die Röhre, sollte gerade eine Instanz oder eine wichtige Schlacht bei Starcraft 2 anstehen.

An sich kam es zum Einsatz dieses Gesetzes, weil in Süd-Korea sehr viele Menschen an einer Internet-Sucht leiden. Eine Studie der National Information Society Agency von 2010 zeigte, dass acht Prozent der Menschen zwischen neun und 39 Jahren internetsüchtig sind. Davon stammen 14 Prozent aus dem Bereich der Kinder zwischen neun und zwölf Jahren.

Natürlich war die Gemeinde mehr als nur erbost und bezeichnete das Shutdown-Gesetz als idiotisch und nutzlos. So hinterfragen viele Nutzer den Sinn dieses Verbots, auch gegenüber dem Familien-Ministerium. "Habt ihr euch überhaupt über die Folgen Gedanken gemacht, bevor ihr diesen Entschluss gefasst habt?", hieß es beispielsweise.

Ein weiteres Argument der Internet-Gemeinde war, dass Eltern darüber entscheiden sollten, was und wie lange ihre Kinder spielen. Viele Eltern erstellten in diesem Zuge auch Profile für ihre Kinder, denn dadurch würde die Prüfung der Identifikationsnummer keine Rolle mehr spielen.

Kurz nachdem das Gesetz startete, wurde eine Petition ins Leben gerufen, die für die Abschaffung des Gesetzes plädierte. Verantwortlich dafür war der Anwalt Lee Byung: "Du kannst sagen, dass jemand Alkoholiker ist, wenn er am Tag mehr als drei Flaschen Likör trinkt, aber du kannst ihn nicht so nennen, wenn er nach Mitternacht trinkt. Das Gleiche gilt für das Zocken."

Ihr seht also, dass ihr in Deutschland sehr viel leichter und uneingeschränkter als in Süd-Korea online zocken könnt, solltet ihr das 16. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.

Doch wie seht ihr das? Geht die Regierung in Süd-Korea zu weit oder ist dies der richtige Schritt im Kampf gegen die Internet-Sucht?

Wahr oder falsch? ist für heute vorbei. Doch wer mehr will, bekommt natürlich mehr:

Dieses Video zu WoW schon gesehen?

Tags: Online-Zwang   Wahr oder falsch   Politik  

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