Wahr oder falsch? #142: Chinesische Gefängnisinsassen werden zum Farmen in WoW gezwungen

von Dennis ter Horst (23. Mai 2015)

Das Online-Rollenspiel World of Warcraft gehört zu den erfolgreichsten seiner Art. Obwohl das Spiel schon einige Jahre auf dem Buckel hat, verbringen immer noch mehrere Millionen Abonnenten viele Stunden in der fiktiven Welt Azeroth.

Dort ist es eure Aufgabe, Missionen zu erfüllen, euren Charakter zu verbessern und somit eine starke Figur innerhalb des Spiels zu erstellen. Hinterher besucht ihr dann immer schwierigere Instanzen, die nur von eingespielten Gruppen zu schaffen sind.

Natürlich spielt auch Gold eine wichtige Rolle in World of Warcraft. So könnt ihr mit den Klimpermünzen viele nützliche Dinge kaufen oder auch herstellen. Manchmal könnte es aber sein, dass ihr zu wenig Gold besitzt. Dann müsst ihr einiges an Spielzeit darin investieren, weiteres Gold anzusammeln.

In China hat dieses Prinzip angeblich ungewöhnliche Ausmaße erreicht. So sollen chinesische Gefängnisinsassen mehrerer Einrichtungen nachts dazu gezwungen werden, World of Warcraft zu spielen und dabei Gold zu sammeln. Klingt abstrus, entspricht aber der Wahrheit.

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Die fünfte Erweiterung von World of Warcraft: Warlords of Draenor

Tatsächlich ist dieser Mythos wahr. So müssen chinesische Gefängnisinsassen mehrerer Gefängnisse nicht nur körperliche Arbeit verrichten, sondern auch virtuelle. Dies ist eine Anordnung des Leiters des jeweiligen Knasts. Das Spielgold wurde dann online gegen Echtgeld verkauft.

Dadurch konnte nämlich sehr viel mehr Geld eingenommen werden, wodurch sich die Gefängnischefs offenbar eine goldene Nase verdient haben. Teilweise war es sogar der Fall, dass die körperliche Arbeit zugunsten von World of Warcraft vernachlässigt wurde.

Dabei wurden zudem 770 - 935 Dollar (etwa 690 bis 835 Euro) pro Tag eingenommen. Eine ordentliche Summe also, wobei etwa 300 Gefängnisinsassen dazu gezwungen wurden, Videospiele zu zocken. Dies könnte auch als eine Art Folter angesehen werden.

Die Computer wurden laut eines Gefängnisinsassen nämlich nie ausgeschaltet. Darüberhinaus gab es immer ein bestimmtes Pensum, das jeder Spieler erreichen musste. Wer dem nicht nachkam, wurde gefoltert und mit Plastik-Röhren geschlagen.

Mittlerweile ist auch bekannt, dass mehr als 80 Prozent aller Gold-Sammler in World of Warcraft aus China kommen. Demnach soll es dort mehr als 100.000 vollzeitige Gold-Farmer geben.

Wie das heutzutage genau aussieht, ist nicht bekannt. Diese Vorfälle liegen nämlich schon einige Jahre zurück, von daher ist nicht klar, ob dies heute immer noch so läuft.

Und damit ist Wahr oder falsch? für heute wieder vorbei. Hier gibt es noch mehr:

Dieses Video zu WoW - Draenor schon gesehen?

Tags: Wahr oder falsch  

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