Languinis: Moorhuhn-Erfinder meldet sich zurück

von Joachim Hesse (27. Mai 2015)

Es gibt Neues von Ingo Mesche! Der Name Mesche wird euch vermutlich nichts sagen. Dafür vielleicht der Titel seines bislang erfolgreichsten Spiels: Moorhuhnjagd. Die simple und kostenlose Fadenkreuz-Ballerei auf Federvieh löste 1999 ein regelrechtes Moorhuhn-Fieber aus. Auf sämlichen Bildschirmen starb virtuelles Federvieh in Massen.

Zahlreiche Nachfolger wie Moorhuhn 2, Moorhuhn 3 - Es gibt Huhn! oder Moorhuhn Jump & Run - Schatzjäger erschienen bei Herausgeber Phenomedia. Am Ende allerdings ohne Zutun von Mesche.

Jetzt meldet sich der Spiel-Entwickler mit seiner Firma Vrtron und einem Denkspiel zurück: Languinis - Match and Spell. Es ist nicht sein erstes Smartphone-Spiel, aber eines, das ihm besonders am Herzen liegt. Auf dem Touchscreen bildet ihr in dem Free 2 Play-Werk Worte, indem ihr in über 50 Levels Edelsteine sortiert. Klingt auf den ersten Blick nicht wahnsinnig spannend, macht aber Spaß. Aber warum?

Wir haben für euch mit Ingo Mesche über seine Zeit als Moorhuhn-Papa und über sein neues Baby gesprochen.

Ein Blick in die Augen von Spiel-Entwickler Ingo Mesche.Ein Blick in die Augen von Spiel-Entwickler Ingo Mesche.

spieletipps: Hallo Ingo, wirst du noch gerne auf Moorhuhn angesprochen?

Ingo Mesche: Hallo! Eigentlich schon. Das Moorhuhn war zu seiner Zeit schon etwas Besonderes für mich und ich bin da schon stolz darauf, was mein kleiner Charakter so alles bewegt hat. Es gibt leider viele falsche Geschichten darum wie alles entstanden ist, das war damals schon nervig und wenn ich das hier und da heute noch lese, fühlt sich das genauso an. In meinem Studio auf Malta guckt mich aber immer noch eine Büste vom Moorhuhn an.

Warst du damit zufrieden, was am Ende aus der Marke Moorhuhn geworden ist?

Nicht wirklich nein. Das Moorhuhn wurde in eine Art „cool Guy“ gewandelt. Das passte nicht zur Grundidee des Charakters. Ich verstehe schon das kommerzielle Interessen die Zügel in der Hand hatten, aber leider wurde der „Charme“ des Moorhuhns damit genommen und mir schien das alles in die falsche Richtung läuft. Ich war noch bis zum dritten Teil des Moorhuhns involviert, hatte mich dann aber davon abgewandt und es auch nicht mehr wirklich weiter verfolgt.

Moorhuhn hat durch seine Einfachheit und die Punkte immer wieder zu einer neuen Partie verleitet. Wie motiviert Languinis die Spieler?

Die Grundlagen in Languinis sind sehr einfach zu verstehen. Hat man mindestens drei gleiche Spielsteine zusammengefügt, werden daraus Buchstaben, aus denen kann man Wörter bilden. Wir geben dem Spieler viele verschiedene Ziele im Spiel vor und kombinieren das Beste aus der "Match 3"-Welt mit dem Besten aus der "Wortspiele"-Welt zu etwas völlig Neuem. Man kann hier logisches Denken mit Wissen kombinieren.

Das Besondere dabei ist, dass die Kombination der beiden Genres richtig Spaß macht. Obendrein lernt man spielend und trainiert dabei noch seine grauen Zellen! Je länger die erstellten Wörter sind, desto mehr Punkte gibt es – Wissen wird belohnt.

Wir werden das Spiel weiter auszubauen. Zukünftige Updates werden weitere Level enthalten. Wir planen für die Zukunft auch neue Spielelemente hinzuzufügen, von denen wir sicher sind, dass sie die Spieler aufregend finden werden.

So sieht Languinis aus.So sieht Languinis aus.

Wie kam es zu der Idee zu Languinis?

Als ich meinen, zu dieser Zeit noch sieben Jahre alten Sohn gekitzelt habe, hatten wir immer das „Ritual“ das ich mit tiefer Stimme „TICKALA“ oder „EATALA“ gerufen habe bevor und während ich ihn ausgekitzelt habe. Aus den beiden Namen wurden dann immer mehr, mein Sohn Niklas und ich hatten nach kurzer Zeit für fast jeden Buchstaben im Alphabet einen „Auskitzel-Namen“. So wurde aus den Namen der Stamm der Languinis geboren und dabei auch die Idee, für Jung und Alt ein Spiel mit Buchstaben/Wörtern zu erstellen.

Ich begann dann alle möglichen Wortspiele zu spielen, es war aber nichts dabei was dem gleich kam was ich mir vorgestellt hatte. Meine Ehefrau Grace, spielte derzeit mehrere "Match 3"-Spiele und da das „Spielbrett“ von „Match 3“-Spielen und Wortspielen recht ähnlich war, ging es mir nicht mehr aus dem Kopf, ob man die beiden nicht miteinander kombinieren kann. Nach einigen Prototypen, Fehlversuchen und Neuanfängen, hat es dann geklappt und alles passte nahtlos zusammen und funktionierte so wie ich es mir immer erhofft hatte. Von der Grundidee bis zum Spiel Languinis hat es dann ganze zwei Jahre gebraucht.

Können Mobile-Spiele ohne sogenannte In-App-Käufe nicht mehr existieren?

Das „In-App-Kauf-Prinzip“ ermöglicht es im Idealfall das ein jeder ein Spiel kostenlos installieren und uneingeschränkt spielen kann, etwas was vor ein paar Jahren noch undenkbar war aber heute Standard ist. „Kostenlos“ widerspricht aber den hohen bis sehr hohen Produktionskosten eines qualitativ hochwertigen Spiels. Als Entwickler hat man nebst den eigentlichen Produktionskosten ja auch laufende Kosten nachdem das Spiel erschienen ist. Spiele werden auch nach dem Download auf dem neusten Stand gehalten und überarbeitet, neue Level/Funktionen werden hinzugefügt erstellt damit ein Spiel nicht wirklich langweilig wird. Spieler wollen heutzutage auf all das natürlich nicht verzichten, wollen aber für ein Mobile-Spiel auch nicht 20 oder 30 Euro zahlen. Die Download-Zahlen wären so gering, dass sich das Ganze dann auch trotz des Verkaufspreises nicht tragen würde.

"In App"-Käufe rentieren sich für einen Entwickler wiederum nur bei Spielen mit sehr hohen Download-Zahlen, was von Tag zu Tag immer schwieriger wird. Man muss sich aus der täglichen Masse an neuen Spielen hervorheben und das geht nur mit einem originellen und innovativen Spielprinzip. Mit Languinis haben wir genau das erreicht: ein originelles und innovatives Spiel was es so bisher nicht gab. Wir schafften es nun in 70 Ländern innerhalb von nur einer Woche auf Platz eins der Wortspiel-Charts zu landen und rücken genauso in den Puzzle-Charts auf.

Wir freuen uns natürlich sehr das Languinis weltweit so anerkannt wird. Ich versuche alle Kommentare der Spieler zu lesen und die schönsten sind die, in denen Eltern schreiben wie toll es ist, wenn ihre Kinder interessiert helfen Wörter zu bilden. 

Neugierig geworden? Languinis findet ihr als Gratis-Download in eurem Handy-Store:

Es muss ja nicht immer so enden wie bei dem geheimen F2P-Experiment von Onkel Jo mit Trials Frontier.

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