Pokémon GO: Smartphones erhalten Pokémon-Spiel

von Micky Auer (10. September 2015)

Heute um acht Uhr morgens unserer Zeit (drei Uhr nachmittags Ortszeit in Japan) fand die allererste formale Pressekonferenz von The Pokémon Company in Tokio statt. spieletipps war live für euch dabei. Ziel der Ankündigung war die Vorstellung eines neuen Geschäftspartners und eines neuen Projekts.

Die Bekanntgabe erfolgte durch Tsunekazu Ishihara, dem Chef von The Pokémon Company. Ishihara eröffnet die Konferenz mit der Erwähnung eines Projekts, an dem er bereits seit zwei Jahren mit dem kürzlich verstorbenen Chef von Nintendo, Satoru Iwata, gearbeitet hat. Gleichzeitig drückt er auch seine Trauer über dessen Verlust aus. So beginnt auch der folgende Trailer mit einer Widmung im Gedenken an Satoru Iwata.

Zu sehen sind Aufnahmen unterschiedlichster Gegenden in der realen Welt. Plötzlich tauchen Pokémon hinter Felsen, auf Straßen, an Flussufern, auf Bergen, in Bäumen und vielen weiteren Habitaten auf. Die Zuseher beobachten, wie im Video echte Menschen, ausgerüstet mit Smartphones, virtuelle Pokébälle werfen, um wie in den bisherigen Spielen auch hier Pokémon zu fangen. Weiters ist zu sehen, wie ein junger Mann auf seinem Smartphone die Mitteilung erhält, dass er angegriffen wird. Als es sich umsieht, entdeckt er zwei Pokémon (seines und das eines anderen Spielers), die sich auf einer Brücke bekämpfen.

Zuletzt ist eine Großstadtkulisse zu sehen. Eine große Menschenmenge blickt nach oben, wo vor einer Video-Wand ein Kampf zwischen Pikachu und Mewtu stattfindet, während im Hintergrund eine Zeitanzeige abläuft. Zuletzt jubelt die Menschenmenge und jeder von ihnen erhält die Meldung "Gotcha!" (Hab dich!) auf seinem Smartphone.

Am Ende des Videos erfolgt die Einblendung:

Pokémon GO, für Android und iPhone, ab 2016.

Ishihara gibt bekannt, das für dieses Projekt ein neues Team ins Leben gerufen wurde. Hauptverantwortlich neben The Pokémon Company ist das Entwicklerstudio Niantic, welches 2010 als Google-Startup (damals noch Niantic Labs) gegründet wurde. Aber auch Nintendo ist nach wie vor als Partner mit an Bord.

Weiterhin erläutert Ishihara, dass der Kern des Spieles (Pokémon fangen, tauschen und gegeneinander kämpfen lassen) erhalten bleibt. Schon immer, so meint er, seien die Welten in den Spielen von realen Gegenden inspiriert worden. Der Schritt, den Pokémon GO nun geht, bedeutet den Verzicht auf virtuelle Welten. Stattdessen findet das Spiel in der realen Welt statt.

Auslöser für diese Überlegung ist das Spiel Ingress, in dem sich auf dem Smartphone portale zu fremden Welten in der echten Umgebung öffnen. Diese Aussage dient auch als Überleitung zur Begrüßung von John Hanke, Gründer und Chef von Niantic, der nun die Bühne betritt.

Hanke bringt das Konzept der augmentierten Realität ins Spiel. Gleichzeitig steht bei ihm aber auch der soziale Aspekt eines Spiels im Vordergrund. So würden Ingress-Spieler sich einmal monatlich in großen Gruppen versammeln, um gemeinsam auch außerhalb des Spiels zu interagieren. Dabei enstanden Freundschaften und Beziehungen. Dieses Jahr ist sogar das erste "Ingress-Baby" zur Welt gekommen.

Als nächstes betritt Junichi Masuda von Game Freak die Bühne. Bei Masuda handelt es sich um einen der ursprünglichen Entwickler der Pokémon-Reihe. Für Pokémon GO ist er hauptsächlich für die Spielgestaltung und sogar für einige der Musikstücke verantwortlich.

Masuda richtet den Blick in die Zukunft und gibt bekannt, dass die bisherigen Konventionen der Pokémon-Spiele kein Hindernis für zukünftige Projekte darstellen sollen. Schließlich feiert 2016 die berühmte Spielereihe ihr 20. Jubiläum. Und es wird Zeit für eine Weiterentwicklung.

Danach ist wieder Ishihara an der Reihe. Er erläutert die Zusammenarbeit mit Nintendo und präsentiert eine optionale Peripherie zu Pokémon GO, nämlich Pokémon GO Plus. Dabei handelt es sich um einen kleinen, tropfenförmigen Pokéball, den ihr am Handgelenk oder am Revers tragen könnt. Über Vibrationen soll der Spieler informiert werden, wenn sich ein Pokémon in seiner unmittelbaren Umgebung befindet. Die Funktionalität wurde dabei so simpel wie möglich gehalten. In der Mitte befindet sich ein einziger Knopf, durch dessen Betätigung beispielsweise ein Pokéball geworfen werden kann. Pokémon GO Plus ist über Bluetooth mit eurem Smartphone verbunden.

Pokémon GO Plus verfügt über eine Vibrations-Funktion.Pokémon GO Plus verfügt über eine Vibrations-Funktion.

Als letzter Redner der Konferrenz betritt Mario-Erfinder Shigeru Miyamoto von Nintendo die Bühne. Er geht kurz auf die 20 Jahre Pokémon-Geschichte ein und gibt zu, dass er im Vergleich zu Mario und Zelda die Pokémon stets als "Anfänger" betrachtet hat. Nach 20 Jahren Erfolgsgeschichte zählen sie aber nun auch für ihn endgültig zu den Schwergewichten der Industrie.

Miyamoto vergleicht das Spielgefühl von Pokémon GO mit dem von Pokémon Snap. In beiden Spielen ist der Spieler quasi in der gleichen Umgebung wie die Pokémon selbst. Nur sei dieses Gefühl in Pokémon GO so greifbar und intensiv wie nie zuvor.

Nach mehreren Danksagungen aller beteiligten Sprecher endet die Pressekonferenz.

Tags: Shigeru Miyamoto   Pressekonferenzen  

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