Synchronsprecher drohen mit Streik: Höhere Gehaltszahlungen gefordert

von Sören Wetterau (23. September 2015)

Droht in der Spielebranche ein größerer Streik? Twitter-Aussagen zu Folge planen zahlreiche Synchronsprecher unter dem Banner der Gewerkschaft SAG-AFTRA eine Arbeitsniederlegung.

Grund dafür ist die laut den Sychronsprechern schlechte Bezahlung innerhalb der Videospielindustrie. So heißt es zum Beispiel von Wil Wheaton (Broken Age, Red Dead Redemption) auf Twitter:

"Ich liebe das Synchronsprechen in Videospielen, aber unser Arbeitgeber scheint nicht zu denken, dass Leistung zählt. Deshalb sage ich ja zum Streik".

Auf derselben Seite steht Jennifer Hale, deren Stimme seit 1994 in unzähligen Videospielen vertreten ist. Sie sagt auf Twitter ebenfalls ja zum Streik, genauso wie Elias Toufexis, die Stimme von Adam Jensen in Deus Ex - Human Revolution und Deus Ex - Mankind Divided.

Toufexis: "Ich stehe meinen treuen Freunden und Schauspielern bei. Leistung zählt. Wenn ihr möchtet, dass Videospiel-Darsteller ordentlich behandelt werden, dann solltet ihr das auch tun."

Auf der Website der Gewerktschaft SAG-AFTRA ist ein offizielles Schreiben zu finden. Darin fordern die Verantwortlichen unter anderem zusätzliche Bonus-Zahlungen. Pro zwei Millionen verkaufter Videospielexemplare soll es eine entsprechende Zahlung geben. Dadurch würden zum Beispiel kleinere Entwickler vor zu hohen Zahlungen geschützt werden, während größere Unternehmen tiefer in die Tasche greifen müssen. Weitere Zusatzzahlungen soll es für Stunt-Aufnahmen geben, die mittlerweile fast zum Standard-Reportoire von Bewegungsaufnahmen ("Motion Capturing") gehören.

Damit der Streik auch tatsächlich umgesetzt wird, müssen sich 75 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder dafür aussprechen. Auf Twitter wird unter den Hashtags "#PerformanceMatters" und "#iAmOnBoard2015" über die derzeitige Lage teilweise normal, teilweise sehr hitzig diskutiert.

Für die Spielebranche könnte ein Streik durchaus verheerende Folgen haben. Möglicherweise müssten die Hersteller einige Veröffentlichungstermine von Spielen verschieben, da die Sychronsprecher-Aufnahmen fehlen würden. Dies erinnert zu weiten Teilen an den Streik US-amerikanischer Drehbuchautoren von 2007 und 2008. In Folge dessen wurde die Produktion zahlreicher Fernsehserien auf Eis gelegt, bis der Streik zu einem Ende kam.

Tags: Politik  

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