Hartes Urteil für "Swatting": Scherzvogel droht ein Jahr Gefängnisstrafe

von Julian Laschewski (12. Oktober 2015)

In den Vereinigten Staaten von Amerika hat sich "Swatting" zum Scherzanruf des 21. Jahrhunderts entwickelt. Doch die Konsequenzen sind alles andere als lustig. "Swatting" zielt hauptsächlich darauf ab, jemandem aus Rache und Dummheit, Schaden zuzufügen. Der Täter ruft bei der Polizei an und spinnt einige Lügen zusammen, die meistens darauf hinauslaufen, dass das Opfer seines Anrufs angeblich Waffen besäße und drohe, sich oder andere umzubringen. Daraufhin rückt die Polizei und ihr Sondereinsatzkommando (Swat-Team) aus und stürmt das Haus des Opfers. Dies bekommen die Zuschauer dann meistens mit, da es im Falle von Youtubern oder Let's Playern vor laufender Kamera passiert. Manchmal trifft es aber auch öffentliche Einrichtungen wie Schulen oder Universitäten.

Der 22 Jahre alte Matthew Tollis aus dem amerikanischen Bundesstaat Connecticut wird so schnell keine "Swatting-Anrufe" mehr tätigen. Wie die englischsprachige Webseite Kotaku berichtet, wurde Tollis zu einem Jahr Haft verurteilt, da er in mehrere "Swatting-Fälle" verwickelt war.

Tollis hat Berichten zufolge britischen Hackern dabei geholfen, an sensible Informationen wie Telefonnummern zu kommen, damit diese bei amerikanischen Schulen anrufen konnten.

Insgesamt habe Tollis bei sechs Anrufen geholfen. Einer davon ging an die Universität von Connecticut, die daraufhin komplett evakuiert werden musste.

Als Konsequenz hat der Bundesrichter eine einjährige Gefängnisstrafe verhängt, die am 5. November angetreten werden soll. Die Staatsanwältin Dierdre Daly sagt zum Fall: "Swatting ist kein Schülerstreich, sondern ein Verbrechen. Diese Streiche haben wichtige Mittel der Ordnungskräfte unter Beschlag genommen und sind eine starke seelische Belastung für die vielen Opfer."

Oft handeln Swatter aus Dummheit und Frust, wenn sie in einer Online-Partie den Kürzeren ziehen. Beliebte sind dabei vor allem Ego-Shooter wie die Spiele der "Call of Duty"-Reihe.

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Black Ops 3: Neues von der "Call of Duty"-Front

Im Februar dieses Jahres wurde bereits ein 19-jähriger wegen "Swatting" verhaftet, nachdem er behauptete sein Opfer hätte einen Mord begangen. Einen Monat später hat ein 13-jähriger seinem Nachbarn das Einsatzkommando wegen Minecraft auf den Hals gehetzt. Solche bescheuerten Geschichten kann man sich nicht einmal ausdenken.

Haltet ihr die Gefängnisstrafe von einem Jahr angemessen? Oder denkt ihr, dass sie zu hart ausgefallen ist?

Tags: Livestream   Politik  

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