Spiel über Flüchtlinge: Cloud Chasers veröffentlicht

von David Dieckmann (15. Oktober 2015)

Das Schweizer Entwicklerstudio Blindflug Studios veröffentlicht mit Cloud Chasers heute ein Spiel, das sich mit einer heiklen Thematik auseinandersetzt: Flüchtlingen. Zum Start des Spiels ist der Chefentwickler Moritz Zumbühl zu Gast bei spieletipps und verrät, worum es genau geht.

In Cloud Chasers schlüpft ihr in die Rolle des Farmers Francisco und seiner Tochter Amelia. Die Geschichte: Die Erde ist ausgetrocknet, Wasser und Nahrung sind knapp und die Menschheit kämpft ums Überleben. Zumindest dessen großer Teil. Denn ein paar privilegierte Reiche wohnen auf exquisiten schwebenden Inseln hoch in den Wolken. Während es dem Adel gut geht, hungert das Volk.

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Cloud Chasers

Francisco erkennt eines Tages, dass er seine Familie nicht mehr ernähren kann. Gemeinsam mit seiner Tochter begibt er sich auf eine Reise, um das Land über den Wolken zu finden. Um dorthin zu gelangen, durchquert ihr als Francisco und Amelia eine Wüste in mehreren Abschnitten.

Während ihr durch die Wüste lauft, stoßt ihr immer wieder auf Ereignisse. So findet ihr etwa Rohstoffe, Kleidung und Menschen, denen ihr helfen könnt - oder eben nicht. Denn eure eigenen Ressourcen sind mehr als knapp. Beim Wüstenlauf schwinden stetig eure Wasservorräte. Habt ihr kein Wasser mehr, so verdursten eure Charaktere und das Spiel ist verloren.

Um Wasser wieder aufzufüllen, haben die beiden jedoch einen effektiven Trick auf Lager: Mittels eines Gleitfliegers erhebt sich die kleine Amelia auf Wunsch in die Lüfte, um Wasser aus Wolken zu sammeln. Das ist anfangs leicht - später stören jedoch Arbeiterdrohnen der reichen Inselgesellschaft Amelias Sammelarbeit.

Eine Besonderheit: Ihr könnt das Spiel nur pausieren und später weiterspielen - nicht zu früheren Speicherpunkten zurückkehren. Somit müsst ihr also einen kompletten Durchgang überleben, falls ihr das Ende sehen wollt.

Mit der Mechanik möchte Blindflug bewusst die Anstrengungen einer Reise als Flüchtling darstellen. Zumbühl dazu: "Es sind schon viele hundert Menschen im Mittelmeer ertrunken und es hat niemanden interessiert. Da war es uns ein Anliegen, ein Spiel dazu zu machen." Dass die Flüchtlings-Thematik eine heikle ist, ist auch Zumbühl klar: "Mir war von Anfang an bewusst, dass man sich mit so einem Thema fast nur in die Nesseln setzen kann. Denn man bezieht Position." Dennoch soll Cloud Chasers mehr sein, als eine spielbare Moralkeule. "Wir machen Spiele über ernste Themen. Die Spiele selbst sollen aber trotzdem unterhaltsam sein. Wir möchten als Blindflug Studios herausfinden, wie genau das am besten funktioniert", erklärt Moritz Zumbühl.

Cloud Chasers ist ab sofort für iPhone und Android zum Preis von 3,50 Euro (Android), beziehungsweise knapp 4 Euro (iPhone) erhältlich. Blindflug Studios spenden einen Teil der Erlöse übrigens an die Organisation „MOAS – Migrant Offshore Aid Station“, die Flüchtlinge auf hoher See hilft - etwa, wenn sie in Seenot geraten oder auf unsicheren Booten unterwegs sind.

Zum Download:

Tags: Entwicklerbesuch   Indie   Politik   Video  

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