Street Fighter 5: Petition weil nicht nackt genug?

von Micky Auer (10. November 2015)

Wir leben in "interessanten Zeiten", wie es scheint. Denn während einerseits die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinandergeht, andererseits ein Teil der Weltbevölkerung den Hunger- oder Seuchentod stirbt und allerorts Kriege wüten und dadurch Menschen ihre Heimat, ihre Existenz und schlimmstenfalls ihr Leben verlieren, gibt es Leute, denen ein Stück nackte virtuelle Haut eine Petition wert ist.

Konkret geht es um Street Fighter 5 und die darin vorkommende Kämpferin. R. Mika. Die klatscht sich nämlich erstmal voller Freude mit der Hand auf eine ihrer spärlich bekleideten Hinterbacken, bevor sie zu einem Wurf ansetzt. Hersteller Capcom hat nun diese recht provokante Animation ein wenig verändert. Die Kamera setzt ein Stück weiter oben an, so dass der Spieler nicht mehr sieht, wie Mikas digitale Handfläche auf digitale Weise mit ihrem digitalen Hinterteil Kontakt knüpft.

Diese Änderung hat, wie es scheint, den Zorn einiger Leute und damit verbunden deren dringenden Handlungsbedarf hervorgerufen. Auf der Seite Change.org wurde nämlich eine Petition ins Leben gerufen, die verlangt, dass Capcom diese Änderung wieder rückgängig macht. Und wie nicht anders zu erwarten, wird dabei das Wort "Zensur" in die Schlacht geworfen. Weil: Unhaltbare Totschlagargumente sind immer ganz besonders toll.

Auszug aus der Petition: "Wir wollen diese Art der Zensur nicht akzeptieren und wir wollen keine zensierten Spiele kaufen."

Ein weiterer Auszug: "Dieser Inhalt muss unzensiert bleiben und in seiner ursprünglichen Form im Spiel enthalten sein, sobald dieses zum Verkauf bereitsteht. Dies gilt auch für den aktuellen Inhalt der Beta-Version, die Ihre Firma aus welchen Gründen auch immer zu zensieren wünscht."

Zensur? Nun ja. Mika klatscht sich immer noch deftig auf den Hintern, trägt immer noch Klamotten, die mehr zeigen als verhülle und verfügt immer noch über eine Oberweite, die irgendwann für ein ordentliches Rückenleiden sorgen wird. Alles, was sich verändert hat, ist die Position der Kamera in dem Moment, in dem der Klatscher ertönt.

Zum Zeitpunkt der Entstehung dieser Meldung haben bereits 1.157 Menschen die Petition unterschrieben und damit erklärt, dass sie diese Aktion für Zensur halten und dagegen protestieren. 1.157 echte, reale Menschen, vermutlich teilweise mit Führerschein und Wahlberechtigung. Der erste Meilenstein wird übrigens bei 1.500 Unterschriften erreicht.

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Die ersten Eindrücke von Street Fighter 5

Wenn auch ihr der Meinung seid, dass der Weltfrieden, das Überleben der Wale und das kosmische Gleichgewicht davon abhängen, dass R. Mika in Street Fighter 5 für alle gut sichtbar ihr halbnacktes Hinterteil malträtiert, könnt ihr euch natürlich an der Petition auf Change.org beteiligen. Aber mal ehrlich: Muss das wirklich sein?

Glücklicherweise hat Street Fighter 5 weitaus mehr zu bieten, als bloß provokante Posen, über die man sich offenbar so sehr aufregen muss, dass eine Petition dafür gestartet wird. Um was genau es sich bei diesen Inhalten handelt, erfahrt ihr in der Vorschau "Street Fighter 5: Beim allerersten Anspiel-Termin fliegen die Fetzen".

Noch mehr Infos zum kommenden Prügel-Hit, wie zum Beispiel neue Charaktere, haben wir für euch in den News zusammengefasst.

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Tags: Politik   Singleplayer   Multiplayer  

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