PS4: Siebter CPU-Kern freigeschaltet - Mehr Rechenleistung für die Konsole?

von Micky Auer (30. November 2015)

Sonys PlayStation 4 verfügt in ihrer Architektur über insgesamt acht CPU-Kerne. Von diesen konnten Entwickler allerdings bislang nur sechs nutzen. Wie es scheint, hat Sony nun den siebten Kern für neue Entwicklungen freigeschaltet. Das ununterbrochen im Hintergrund laufende Betriebssystem der Konsole beansprucht laut Aussagen von Sony stets zwei der CPU-Kerne.

Eine ähnliche Vorangehensweise wählte zum Beispiel auch Konkurrent Microsoft für die Xbox One. Jedoch kam der amerikanische Konzern schnell zu dem Schluss, eine siebten Kern freizugeben und diesen noch obendrein zu übertakten. Auf diese Weise sollte die Xbox One gegenüber der PlayStation 4 mit erhöhter Rechenleistung punkten. Nun ist auch Sony bereit, im Rahmen einer SDK-Aktualisierung (SDK steht für "Software Development Kit", also Entwickler-Werkzeug) den Entwicklern Zugriff auf Kern Nummer sieben zu gewährleisten.

Der japanische Konzern selbst hat sich bislang allerdings noch nicht offiziell zu dieser Maßnahme geäußert. Die Hinweise für die Freischaltung sind auf eine Aktualisierung für FMOD zurückzuführen. Dabei handelt es sich um eine bekannte und weit verbreitete Sound-Middleware. In den Aktualisierungslisten der neuesten Version ist zu erkennen, dass Sony vor kurzem den siebenten Kern freigeschaltet hat. Der Öffentlichkeit wurde dies auf der englischsprachigen Seite Neogaf zugeführt, wo auch ein detaillierter Einblick in die Aktualisierungsliste gewährt wird.

Bereits in der Vergangenheit hat sich Sony stets in den Mantel des Schweigens gehüllt, wenn es um Änderungen in der Entwicklungsumgebung ging. Oft sind auch externe Entwickler per Vertrag (Non Disclosure Agreement) dazu verpflichtet, derartige Änderungen nicht nach außen zu kommunizieren. Daher ist eine offizielle Stellungnahme von Sony auch in Zukunft eher unwahrscheinlich.

1 von 22

Die Playstation 4

Nun, wenn diese Maßnahme im Endeffekt bedeutet, dass die PlayStation 4 in Zukunft mit höherer Rechenleistung arbeiten kann, werden sich weder Entwickler und schon gar nicht Spieler darüber beschweren. Die Geschichte zeigt: Je weiter eine Konsole in ihrem Lebenszyklus voranschreitet, desto besser lernen Entwickler ihre Besonderheiten zu beherrschen. Das Ergebnis ist in den Händen fähiger Programmierer und Gestalter oft ein positiv nennenswerter Unterschied im Vergleich zu den Spielen aus den Anfangstagen einer Konsole.

Wenn der siebente Kern richtig genutzt wird, gelingt Sony vielleicht auch 2016 das Kunststück, am "Black Friday" die Verkaufszahlen zu dominieren und Microsoft - den härtesten Konkurrenten - ein Stück weit hinter sich zu lassen.

Aktuelle Spiele, wie zum Beispiel Star Wars Battlefront, sehen bereits jetzt fantastisch aus. Werft dazu auch gerne mal einen Blick in den Test "Star Wars Battlefront getestet: Wie stark ist die Macht hier wirklich?"

Von der erhöhten Rechenleistung profitiert sicher auch Sonys stark umworbenes "Virtual Reality"-Projekt Sony VR, das euch in eine neue Dimension der Spielerfahrungen einführen soll.

Tags: Hardware  

Kommentare anzeigen
The Legend of Zelda - Breath of the Wild: Genießt neue Spielszenen

The Legend of Zelda - Breath of the Wild: Genießt neue Spielszenen

Rund um die Verleihung der Game Awards hat es auch ein Video mit frischen Spielszenen aus The Legend of Zelda - Breath (...) mehr

Weitere News