Sechzehnjähriger hetzt Swat-Teams auf über zwanzig Spielerinnen

von Antonia Moritz (30. November 2015)

Sagt euch der Begriff "Swatting" noch etwas? Das ist diese Abart, Leute zu ärgern, indem irgendein Verrückter ein Polizei-Einsatzkommando zu diesen schickt. Jetzt hat wieder so ein Hampelmann zugeschlagen: Ein sechzehnjähriger Kanadier hat auf über zwanzig Spielerinnen Polizeikommandos gehetzt, um sie zu erpressen, so berichtet die englischsprachige Seite nytimes.com.

Dass gefährliche am Swatting ist, dass ein Polizeikommando die Wohnung des Opfers mit schussbereiten Waffen stürmt. Dadurch können die Polizisten das Opfer schwer verletzen. Das Team kann aber auch bei einem wirklich wichtigen Einsatz fehlen. Somit sind die Scherzanrufe alles andere als lustig. In der Spielergemeinde hat sich dieser Trend verbreitet. Über Live-Streaming-Portale wie Twitch können die Täter den Einsatz mitverfolgen. Rache ist dabei ein verbreitetes Motiv.

Unter dem Pseudonym „Obnoxious“ belästigte der Kanadier weit mehr als zwanzig Frauen bei Twitch. Kamen sie seinen sexuellen Interessen nicht nach, drohte er ihnen mit einem Swat-Einsatz. Dabei fand er die Adressen seiner Opfer über Internet-Provider heraus. Mit Anonymisierungsprogrammen wie "Virtual Private Network" (VPN) konnte er seinen Standort verschleiern. Dies machte seine Verfolgung schwierig und ein Ermittler hat über tausend Stunden gebraucht, um die Identität von Obnoxious herauszufinden.

Obnoxious soll eine schwere Kindheit gehabt haben. Er litt unter Depressionen und Suizidgedanken. Einigen Spielerinnen hatte er sich anvertraut, ehe er sie erpresste. Ein Gericht verurteilte den Kanadier später zu sechzehn Monaten Haft.

Teilweise litten seine Opfer noch lange an den Folgen des Swatting. Viele konnten nur noch schlecht schlafen, hielten sich von Twitch fern oder hörten gar ganz mit dem Zocken auf. Andere haben nicht aufgegeben. Janet, eines seiner ersten Opfer, verdient mit Twitch mittlerweile ihren Lebensunterhalt.

Im Zusammenhang mit Spielen war Swatting schon oft ein Thema. Ein dreizehnjähriger Junge löste einen Einsatz wegen Minecraft aus. In Los Angeles wurde ein ganzes Entwicklerstudio von einer Swat-Einheit gestürmt. Profi-Spielern von Counter-Strike wurde sogar der Tod angedroht .

Dieses Video zu Counter-Strike Nexon - Zombies schon gesehen?

Tags: Politik  

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