*** Update: Drosselung kommt doch nicht *** Gedrosseltes Internet: Nach 10 GB pro Tag von Filehostern nur noch 100 KBit/s

von Sören Wetterau (03. Dezember 2015)

*** Update, 4.12.2015, 10:55 ***

Vodafone und Kabel Deutschland rudern zurück! Wie Spiegel Online berichtet, will das Unternehmen die Drosselung zurückziehen. Vodafone erklärte gegenüber dem Magazin:

"Es handelte sich hierbei um ein Pilotprojekt. Je nach Ergebnis war geplant, dieses im Kabelgebiet weiter auszurollen oder nicht. Die bisherigen Ergebnisse des Tests bewegen uns dazu, die Maßnahme nicht fortzuführen. Damit entfallen zugleich auch sämtliche Beschränkungen für Filesharing-Dienste - sowohl die ab einem Verbrauch von 10 Gigabyte als auch die bereits seit längerem bestehenden ab einem Verbrauch von 60 Gigabyte."

Das heißt: Die Drosselung soll für die 10 Gigabyte- wie auch die 60 Gigabyte-Grenze in praktischer Hinsicht komplett abgeschafft werden. Das kommt sehr plötzlich. Ob die vielen negativen Stimmen im Netz hier mitgewirkt haben? Zu hoffen ist es, denn dies würde bedeuten, dass der Verbraucher nicht ganz so machtlos ist, wie er sich teilweise selbst sieht und wie er oft dargestellt wird.

Die AGB werden jedoch nicht umgeändert. Die vertragliche Begrenzung bleibt also erstmal bestehen, nur praktisch setzt das Unternehmen sie nicht um.

*** Original-Meldung ***

Die beiden Internetanbieter Vodafone und die Vodafone Kabel Deutschland GmbH planen, euch künftig nach 10 Gigabyte an Downloads am Tag die Internetleitung auf 100 Kbit/s (Kilobit pro Sekunde) zu drosseln - zumindest, sofern diese Downloads von bestimmten Anbietern wie Rapidshare stammen.

Zehn Gigabyte sind heutzutage keine besonders große Datenmenge mehr - bedenkt man, dass einige Spiele wie Dead Rising 3 und Sniper Elite 3 bereits Aktualisierungen am Verkaufstag mit sich bringen, die diese Datenmenge überschreiten.

Eine rechtliche Absicherung haben sich die beiden Anbieter dabei schon vor einiger Zeit geholt. Bereits seit 2012 unterschreiben Kunden beim Vertragsabschluss eine Klausel, die besagt, dass die Internetanbieter das Recht haben, die Leitung nach einem bestimmten Datendurchsatz von bestimmten Quellen zu drosseln. Von ihrem Recht machten die Anbieter bislang keinen Gebrauch. Doch dies ändert sich nun. Vodafone Kabel - das Unternehmen hinter Vodafone und Kabel Deutschland - bestätigt nun von offizieller Seite, dass die Drosselung bereits in wenigen Wochen in einigen Regionen zum Einsatz kommen soll.

Thorsten Höpken, Unternehmenssprecher von Vodafone Kabel, bestätigt gegenüber der Seite Golem: "Wir können bestätigen, dass wir mit der technischen Umsetzung in den ersten Regionen Anfang November begonnen haben und dass diese in einigen Wochen abgeschlossen sein wird."

Die Downloads von Steam, Origin, PlayStation Network oder Xbox Live sowie Streaming-Anbieter wie Netflix sind vorerst von dieser Drosselung nicht betroffen. Einzig und allein Filesharing-Dienste, dazu zählen Anbieter wie Mega oder auch Usenext, und "Peer to Peer"-Dienste werden in punkto Geschwindigkeit gedrosselt. Alle anderen Dienste sollen weiterhin mit normaler Geschwindigkeit nutzbar sein.

In Zukunft werden Vodafone und Vodafone Kabel nicht die einzigen Internetanbieter mit einer Geschwindigkeitsdrosselung sein. Die Telekom kündigte schon Mitte des Jahres an, dass ab 2018 alle Kunden von einer Volumenbeschränkung betroffen sind. In Zeiten in denen mehrere Gigabyte große "Day One"-Patches keine Seltenheit mehr sind, die selbst Onkel Jo schon als ziemlich nervig deklarierte, eine fragliche Entwicklung.

Tags: Hardware  

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