Die Tribute von Panem als Videospiel: Project Knoxville

von Jannick Gänger (06. Dezember 2015)

Seid ihr paranoid? Dreht ihr euch auf der Straße regelmäßig um, damit ihr euren Rücken freihalten könnt vor potenziellen Taschendieben oder verrückten Ex-Partnern? Na dann solltet ihr Project: Knoxville nicht spielen. Das wird alles nur noch schlimmer machen. Hier könnt ihr niemanden trauen, denn das noch nicht veröffentlichte Spiel schickt euch mit anderen Spielern in eine Arena, in der jeder jeden töten kann. Wer ist Freund, wer ist Feind, wer ist derjenige, der euch schöne Blicke zuwirft und bei der nächstbesten Gelegenheit das Messer in den Rücken rammt? Willkommen zu den 76. Hunger-Spielen, äh, wir meinen: Willkommen zu Project: Knoxville.

Tatsächlich erinnert der Mehrspieler-Titel Project: Knoxville verblüffend an die erfolgreiche Kinoreihe "Die Tribute von Panem" (im Original: "The Hunger Games") mit Jennifer Lawrence in der Hauptrolle. Dort veranstaltet das Regime jährlich die Hunger-Spiele, in denen junge Menschen aus 12 Distrikten in eine Arena gepfercht und gezwungen werden, einander so lange abzustechen, bis nur noch einer übrig bleibt. Wer der beste Stecher ist, gewinnt ein Leben in zweifelhaftem Ruhm. Project: Knoxville übernimmt dieses Prinzip, ändert allerdings Kleinigkeiten.

In einer dystopischen Zukunft kämpfen die Spieler in einer Liveshow, die im Rahmen der Geschichte von Kameras begleitet wird. Zunächst startet man gemeinsam an einem Punkt, doch danach trennen sich die Wege und der Pfad öffnet sich für Freundschaft, Feindschaft und Intrige. Aus der Schulterperspektive steuert man seinen Charakter durch die Arenen und kann mit simplen Befehlen anderen Spielern zeigen, ob man sich freundlich gesinnt ist, Waffen benötigt oder Medizin braucht.

Ziel des Spiels: Überleben. In dem Punkt unterscheidet sich Project: Knoxville von den Hunger-Spielen, denn nicht alle Teilnehmer müssen sterben. In der Arena befinden sich genau so viele Münzen wie Spieler. Solch eine Münze kann man ergattern, wenn man beispielsweise ein wildes Tier tötet. Besitzt man eine Münze, kann man durch ein großes Tor rennen und sich in Sicherheit begeben. Klingt jetzt eher simpel, wenn nicht sogar langweilig, interessant wird es aber jetzt: Um seinen Charakter zu verbessern, braucht man mehr als eine Münze. Hat ein Spieler also den Anspruch, sowohl aus der Arena zu fliehen als auch stärker zu werden, geht er im besten Fall mit zwei Münzen durch das Tor, sodass nun mindestens ein anderer Spieler diese Runde nicht überleben beziehungsweise durch das Tor gehen wird.

"Ach, jetzt könnte man sich also zusammenschließen, in Ruhe alle Münzen sammeln und geschlossen die Arena verlassen", mag sich manch einer denken, aber das sind Hirngespinste von Menschen, die man noch nie in DayZ hintergangen hat, was dort eigentlich minütlich passiert, wie wir es auch in unserem Artikel "Day Z - Ein soziales Experiment" beschreiben. Zusammenspiel wird zwar gefördert, etwa wenn drei Spieler benötigt werden, um eine Brücke herunterzulassen, aber die Furcht vor einem Hinterhalt wird vermutlich stets präsent sein. Eine Runde kann zwischen zehn und 20 Minuten dauern – genug Zeit also, um Allianzen zu schmieden, im Alleingang den Abstauber zu spielen oder jemanden ganz entspannt in den Rücken zu fallen.

Einen Einblick in die Geschichte gibt folgendes Intro:

Wer stirbt, verwandelt sich in eine Drohne, die bis zum Ende des Spiels den noch lebenden Spielern Wölfe auf den Hals jagen kann. Das klingt nach der besten Rache, die ein Mehrspieler-Titel je gesehen hat. Wenn ihr einem Spieler vertraut, könnt ihr ihm per Mausklick Vertrauen schenken, so sehen sie auf der Karte stets eure Position. Übrigens: Waffen sind in der Arena verteilt, und wenn ihr einem Charakter gezielt in den Rücken schlagt, klaut ihr seine Münze. Wie im echten Leben also. Pro-Tipp: Probiert das im echten Leben aber nicht aus.

Project: Knoxville soll exklusiv für die Xbox One erscheinen. Ein Erscheinungsdatum steht noch nicht fest. Das Studio PressPlay, das Project: Knoxville entwickelt, war unter anderem für Max - The Curse of Brotherhood und Max & the Magic Marker zuständig. Unerfahren sind die Jungs und Mädels also auf keinen Fall. Wenn ihr schon jetzt eine frühe Version des Spiels erleben wollt, könnt ihr euch bei Microsoft als Tester bewerben.

Tags: Multiplayer  

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