Ladebildschirm-Spiele für alle: Patent ausgelaufen

von Jannick Gänger (05. Dezember 2015)

Wer sich über lange Ladezeiten aufregt, spinnt. Zumindest in Zukunft. Denn ein nun abgelaufenes Patent erlaubt es Entwicklern wieder, die Ladebildschirme interaktiv zu gestalten, wie das Magazin Gameplanet.com berichtet.

Die Ausgangssituation: Namco Bandai hielt 20 Jahre ein Patent, das es anderen Entwicklern (fast) unmöglich machte, Minispiele in den Ladebildschirmen einzubinden. Dass es überhaupt möglich ist, derartiges per Patent zu unterbinden – geschenkt. Denn nun ist das alles egal, das Patent gilt nicht mehr, Anarchie und Chaos übernehmen. Hoffentlich. Ok, zuvor waren diese Spielereien durchaus möglich, wie man es beispielsweise von FIFA 11, MX vs. ATV Untamed oder zuletzt bei der Installation von Battlefront kennt, doch dann mussten die Hersteller Gebühren zahlen. Geld wächst eben nicht auf Bäumen, besonders dann nicht, wenn ein derart sinnloses Patent existieren darf.

Minispiele während der Ladezeit boten zuletzt meist Titel von Namco, also etwa Tekken 5. Es ist nun also durchaus realistisch, zeitnah in mehreren Spielen ein bisschen zu daddeln, wenn im Hintergrund die Pixel geladen werden. Andere Titel, die nicht aus dem Hause Namco stammen, sind da einen anderen Weg gegangen: Mass Effect 3 beispielsweise verbirgt die Ladezeiten per Fahrstuhl im hauseigenen Normandy-Raumschiff. Nicht sonderlich spannend, denn im Fahrstuhl passiert nicht viel, außer, dass man ungestört in der Nase bohren könnte – aber hey, das wäre dann ja schon ein Minispiel gewesen.

Wir hätten da ein paar Ideen, was Minispiele in Ladebildschirmen angeht: In Batman - Arkham Knight sollte es ein E-Mail-Formular geben, mit dem man sich beim Hersteller wegen der miesen PC-Version beschweren kann. In Destiny könnte man ein paar Schritte nach links, ein paar Schritte nach rechts gehen, weil das ohnehin alles ist, was die meisten Spieler dort mittlerweile zu tun haben. Und in Mass Effect: Andromeda sollte es künftig im Fahrstuhl möglich sein, kräftig in der Nase zu popeln (da lässt sich garantiert auch etwas mit Downloadcontent machen, nicht wahr, EA?).

Wann die ersten Entwickler unsere Ideen aufnehmen oder anderweitig aktiv werden, lässt sich jedoch schwer erahnen. Das Patent hat es sogar verboten, überhaupt erst an solchen Minispielen zu arbeiten, unabhängig davon, ob man sie veröffentlicht oder nicht. Ladezeiten ermöglichen normalerweise viele Aktivitäten außerhalb des Spiels, da ja ohnehin nichts passiert: Auf Klo gehen, die Katze füttern, die Kartoffelchips-Fußnägel schneiden; wenn man Bloodborne vor den Patches gespielt hat, hätte man sogar ein Kind zeugen und bei der Einschulung dabei sein können und dann hätte man immer noch zehn Minuten warten müssen. Vielleicht gehört das bald der Vergangenheit an und man kommt überhaupt nicht mehr aus dem Spiel heraus. Klingt doch nicht schlecht.

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