Klage gegen Bethesda: "Fallout 4 hat mein Leben zerstört"

von Micky Auer (21. Dezember 2015)

Was tut man, wenn man nicht in der Lage ist, sein Hobby - in diesem Fall Videospiele - auf eine Weise zu betreiben, die sich nicht destruktiv auf das eigene Leben auswirkt? Ganz klar: Man verklagt den Hersteller. So geschehen in Krasnojarks in Russland. Dort hat der 28-jährige Nikita eine Klage gegen Bethesda mitsamt dem lokalen Übersetzungsbüro Softclub eingereicht, weil er seine Arbeit verloren hat, seine Ehe den Bach runter ist und er gesundheitliche Beschwerden hat. Der Grund für all dies: Fallout 4.

In seiner Klage geht der Russe darauf ein, dass er süchtig nach dem Spiel geworden sei. Diese Sucht soll dann schrittweise sein Leben zerstört haben. Er gibt an, seine Frau sei einige Tage auf Geschäftsreise gewesen. Aus Langeweile wollte sich der "Geschädigte" die Zeit mit Videospielen vertreiben. Bei der Suche nach einem passenden Spiel sei er auf Fallout 4 gestoßen und hätte sich dieses umgehend heruntergeladen.

Als seine Frau dann von der Reise zurückkehrte, soll Nikita bereits dem Spiel mit Haut und Haaren verfallen gewesen sein. Jeden Tag ging er so früh wie möglich nach Hause, schaltete das Telefon ab und macht sich auf, um das Ödland rund um Boston zu erforschen. Den Haushalt ließ er liegen und begann immer öfter Streit mit seiner Frau. Im Endeffekt reicht es ihr, sie verließ ihn und forderte die Scheidung.

Daraufhin soll Nikita noch mehr dem Spiel verfallen sein, weil er sich von seinen Eheprobleme ablenken wollte. Außerdem kam er vermehrt zu spät zur Arbeit und erledigte die ihm zugewiesenen Aufgaben nicht mehr. Konsequenz: Er verlore seine Anstellung. Auch seine Gesundheit soll durch das exzessive Spielen geschädigt worden sein. Mit seiner Klage reichte er ein ärztliches Attest ein, dass dies beweisen soll. Aktuell soll Nikita sich in psychotherapeutischer Behandlung befinden und Andidepressiva einnehmen.

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Nikita fordert von den beiden beklagten Firmen nun finanziellen Schadenersatz in Höhe einer halben Million russischer Rubel (knapp 6.500 Euro). Und so absurd das auch alles klingen mag, ganz ohne Basis ist diese Klage nicht. Zumindest nicht in Russland. Denn dort schreibt das Verbraucherschutzgesetz vor, dass jeder Anbieter zu einem Produkt vollständige Informationen liefern muss. Der Kläger ist nun der Meinung, dass sowohl der Vertrieb als auch der Entwickler dazu verpflichtet gewesen wären, darauf hinzuweisen, dass das Spielen von Fallout 4 süchtig machen kann. Daher habe er sich zur Klage entschieden.

Man kann in Fallout 4 schon gut eintauchen und darin versinken, jedoch sollte man selbst gut genug wissen, wann es reicht. Ein findiger Spieler hat zum Beispiel 30 Stunden damit verbracht, die Unterwasser-Bereiche von Fallout 4 zu erkunden. Süchtig nach dem Spiel hat ihn dies jedoch auch nicht gemacht.

Ein anderer Konsument hingegen hat es eindeutig übertrieben, als er seiner Vorfreude auf Fallout 4 dadurch Ausdruck verlieh, öffentlich zu onanieren.

6.500 Euro sind ein vergleichsweise kleiner Preis für ein zerstörtes Leben. Allerdings würde Bethesda die Schuld daran eingestehen, wenn sie der Schadenersatzforderung nachkommen würden. Und auch wenn dies alles nach dem alten Mythos klingt, dass Hersteller davor warnen müssten, keine Haustiere in der Mikrowelle zu trocknen, steht zumindest fest, dass der Mann Hilfe braucht. Dringend.

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Tags: Open World   Singleplayer   Science-Fiction  

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