Darum sind PS2-Spiele nicht kostenlos

von Micky Auer (22. Dezember 2015)

In einem Interview mit der englischsprachigen Seite PS Nation im Zuge eines Podcasts meldete sich der Shuhei Yoshida, der Chef der Sony Worldwide Studios zu Wort. Unter anderem erklärt er im Gespräch, welche Mühen man bei Sony auf sich genommen habe, um PS2-Spiele mit Trophäen zu versehen sie auf eine Auflösung von 1080p für die PlayStation 4 zu polieren.

Am Beispiel des ersten Gran Turismo für die PlayStation 1 erläutert Yoshida, wie begeistert die Leute damals waren, als sie das Spiel zum ersten Mal gesehen haben. Doch die Zeiten haben sich geändert. Viele Leute würden sich beim Anblick des Spiels heute wohl die Frage stellen: "Ist das dasselbe Spiel, das ich damals so umwerfend fand?" Das ist einer der Gründe, warum einige PS2-Spiele nun in aufgehübschter Form auf der PS4 präsentiert werden. Bei der Portierung der PS2 Classics auf die PS3 hat sich gezeigt, dass die PS2-Hardware nicht einfach zu emulieren ist. Daher wurden nur die Spiele ausgewählt, die sich nicht allzu sehr auf die spezielle Architektur der PS2 verlassen. Eine Soft-Emulierung auf die PS3 war somit leichter möglich.

Yoshida erklärt weiter, dass die neue PS2-Emulation auf der PS4 1080p bei 60 Bildern pro Sekunden bieten soll. Das heißt zwar noch lange nicht, dass sie die Spiele auf dem gleichen Niveau wie Neuproduktionen oder Remastered-Versionen für die PS4 bewegen, aber zumindest sollen sie sich in einem Bereich bewegen, der im Spieler das Gefühl hervorruft: "Das kann ich spielen, solange ich es will. Vielleicht bin ich bereit, Spiele mit einer Dauer von 20 bis 40 Stunden in dieser Qualität komplett durchzuspielen."

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Die 30 besten Spiele für PS2

Somit rechtfertigt Yoshida auch den Entschluss, warum Sony für derart bearbeitete PS2-Spiele nun auf der PS4 auch einen gewissen Preis verlangt. Schließlich soll viel Arbeit in die neue Präsentation geflossen sein. Außerdem seien auch noch Trophäen hinzugefügt worden. Vielen Spielern liegen Trophäen sehr am Herzen. Es dauert mitunter bis zu drei Monaten, ein Trophäen-System für ein älteres Spiel zu erstellen und zu implementieren. Und es nimmt einiges an Zeit und Arbeitskraft in Anspruch (vor allem in der Qualitätssicherung und in der Rechtsabteilung), all dies zu vereinen und in guter Form anzubieten. Daher sind die PS2-Spiele kostenpflichtig.

Die Gründe für ein Preisschild an alten PS2-Spielen sind durchaus nachvollziehbar. Dafür erwarten die Spieler aber auch entsprechende Leistung. Denn die ist nicht immer gegeben, wie am Beispiel des technisch minderwertigen Grand Theft Auto - San Andreas auf der PS4 deutlich zu erkennen ist.

Lieber Herr Yoshida, wir sind gerne bereit, einen angemessenen Preis für die Arbeit an einem Produkt zu zahlen. Dafür erwarten wir aber auch, dass das besagte Produkt dann auch einwandfrei funktioniert. Deal?

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Tags: Pressekonferenzen   Hardware   Retro   Remake  

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