Square Enix: Der angeblich wahre Grund für episodische Veröffentlichung

von Micky Auer (19. Januar 2016)

Spielekritiker und Youtuber Jim Sterling berichtet, dass Square Enix neben weiteren Herstellern davor überzeugt war, dass Konsolen zum Aussterben verurteilt wären, bevor die PlayStation 4 und die Xbox One auf den Markt kamen. Es hätte sich vermutlich Panik breitgemacht, dass die aktuelle Konsolengeneration ein Flop werden könnte.

In der jüngsten Ausgabe von Sterlings Video-Reihe "The Jimquisition" verkündet der Journalist, dass Square Enix mehrere Spieleprojekte, von denen die Öffentlichkeit nie etwas erfahren hat, aufgrund ebendieser Panik eingestampft wurden. Die Auswirkungen sollen selbst in den aktuellen Projekten noch spürbar sein. Sterling behauptet, vertrauenswürdige Quellen hätten ihn über die wahren Gründe hinter der Entscheidung informiert, warum Square Enix kommende Spiele in Episodenform auf den Markt bringen will. Promintentes Spiel, das von dieser Entscheidung betroffen ist, ist momentan Final Fantasy 7 - Remake.

Laut Sterlings Quellen sollte aufgrund des fehlenden Vertrauens seitens Square Enix in den Erfolg der Konsolen zum Beispiel Hitman ursprünglich als reines Online-Spiel erscheinen. Der japanische Hersteller wollte verstärkt auf das "Free 2 Play"-Modell sowie den Markt für Smartphones und PC setzen. Hitman hätte im Zuge dieses Ansatzes als episodisches Download-Spiel mit Mikrotransaktionen erscheinen sollen. Nachdem aber der Erfolg von PS4 und Xbox One nicht mehr von der Hand zu weisen war, wurde diese Entscheidung zumindest teilweise rückgängig gemacht. Beibehalten wurde jedoch die Veröffentlichung in Episoden.

Sterling behauptet weiter, dass die episodische Veröffentlichung von Hitman nur die Spitze des Eisberges sei. Besagter Eisbeg bestünde aus einer langen Reihe von voreiligen und überstürzten Entscheidungen seitens der Firmenleitung. Unter diesen Entscheidungen soll auch die Idee geweilt haben, Just Cause 3 als reines Mehrspieler-Spiel auf den Markt zu bringen. Die Schwächen im Einzelspieler-Modus sollen daher das Resultat von Entscheidungen sein, die dem Entwickler Avalanche Studios seitens des Herstellers aufgezwungen wurden. So soll der Entwickler die grundsätzliche Gestaltung während des Entwicklungsprozess mehrfach drastisch ändern haben müssen.

Im Video gibt Sterling auch die Behauptung wieder, dass das kommende Deus Ex - Mankind Divided ebenfalls einem Umgestaltungsprozess unterzogen wurde. So soll das Spiel in leicht erkennbare "Einzelteile" zerlegt worden sein, um in eine Trilogie verwandelt werden zu können. Allerdings gesteht Sterling auch ein, dass speziell diese Information "etwas veraltet" sein könnte. Dieses Gerücht könnte also hiermit bereits vom Tisch sein.

(Quelle: Youtube, Jim Sterling)

Wenn Sterlings Quelle wirklich so vertrauenswürdig ist, wie er angibt, stellt sich natürlich eine große Frage: Warum haben die Verantwortlichen bei Square Enix vor der Presse so vehement behauptet, dass Final Fantasy 7 - Remake nur deswegen in Episoden aufgeteilt wird, weil das Spiel zu groß sei? Eine Begründung, die von Anfang an niemand so recht glauben wollte und die auch beim Großteil der Konsumenten von vorneherein als "fadenscheinig" abgetan wurde.

Ob die Geschäftsentscheidungen einer Firma gut oder schlecht sind, sollte jeder im Endeffekt für sich selbst beurteilen. Ehrlichkeit gegenüber zahlenden Kunden kann man dennoch erwarten. Und wenn schon die Wahrheit eine unbequeme ist, kann sie auch unkommentiert bleiben. Fans und Kunden zu belügen ist jedoch nicht der richtige Weg, eine Entscheidung zu rechtfertigen. Eine Stellungnahme seitens Square Enix diesbezüglich liegt zurzeit nicht vor.

Tags: Hardware   Rumor   Episoden  

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