Österreich: Streit wegen Spiel endet mit Todesopfer

von Micky Auer (21. Januar 2016)

Wenn es um Videospiele geht, entbrennen oft hitzige Diskussionen. Schaut man sich die Kommentarspalten auf entsprechenden Seiten oder die Beiträge in sozialen Medien dazu an, fragt sich der geneigte Leser oft, wie es um die Intelligenz der Wortgeber bestellt ist.

Grundsätzlich ist Diskussion gut. Mitunter auch ein vernünftig geführtes Streitgespräch. Alles andere ist unnötig, vor allem, wenn Handgreiflichkeiten ins Spiel kommen. So endete in der vergangenen Nacht ein solcher Streit mit einem Todesopfer, wie die österreichische Seite Heute.at berichtet.

Um Punkt Mitternacht hat sich in Österreich, genauer in Graz, der Landeshauptstadt des Bundeslandes Steiermark (die Heimat von Arnold Schwarzenegger), ein blutiges Drama abgespielt. Zwei Männer im Alter von 19 und 20 Jahren spielten in einer Wohnung im Grazer Stadteil Jakomini ein nicht näher genanntes Videospiel. Aufgrund des Spiels kam es zum Streit, in dessen Verlauf der 19-Jährige ein Messer zog und damit so lange auf seinen Freund einstach, bis dieser tot war.

Laut polizeilicher Mitteilung handelte es sich bei dem Auslöser des Streits vermutlich um besagtes Spiel. Die beiden Kontrahenten fingen zuerst an, sich lautstark zu beschimpfen. Anschließend kam es zu Handgreiflichkeiten, die sich bis ins Treppenhaus des Wohnhauses fortsetzten.

Aus dem Einsatzbericht der Polizei heißt es weiter, dass der Jüngere der beiden plötzlich ein Messer zog und mehrmals auf den 20-Jährigen einstach. Dieser erlitt dabei so schwere Verletzungen am Brustkorb, dass er noch an Ort und Stelle verstarb. Der Täter wurde von der Polizei festgenommen und einer Befragung unterzogen.

Ein junger Mensch verliert ohne Vorwarnung sein Leben aufgrund eines sinnlosen Streits. Es ist ein Drama, das wohl auch in weiterer Folge die Familien von Opfer und Täter für den Rest ihres Lebens verfolgen wird. Die Konsequenzen für das gesamte soziale Umfeld sind für viele gar nicht nachvollziehbar. Und so schrecklich es ist: Nicht ein Videospiel ist am Tod des jungen Mannes schuld, sondern der Täter. Wer sich selbst nicht im Griff hat und aufgrund einer Lappalie zu einer Gewalttat hinreißen lässt, der findet auch einen anderen nichtswürdigen Grund, einem Menschen Gewalt anzutun.

Es bleibt zu befürchten, dass dieser tragische Vorfall wieder Wasser auf die Mühlen der nassforschen Kritiker gibt, die zwar absolut keine Ahnung vom Medium Videospiele haben, jedoch gerne und ungefragt ihre ablehnende Meinung dazu kundtun.

Wie weit unbekümmerte und somit gefährliche Dummheit gehen kann, zeigt auch der Vorfall vom Sommer vergangenen Jahres, als ein Mann seine Freundin betäubt hat, um ungestört zocken zu können.

Tags: Politik  

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