NBA 2K16: Klage gegen Hersteller wegen Nutzung von Tätowierungen

von Micky Auer (02. Februar 2016)

Eine Firma, die sich die Rechte an den Tätowierungen von NBA-Spielern gesichert hat, verklagt Hersteller Take Two Interactive für die graphische Darstellung besagten Körperschmucks in NBA 2K16, ohne sich dafür die Erlaubnis eingeholt zu haben. Das berichtet die englischsprachige Seite ESPN Go.

Das Unternehmen Solid Oak Sketches reichte am Montag die Klage am New Yorker Gerichtshof ein und behauptet, dass es das Copyright an bestimmten Tätowieriungen hätte, die die Haut der virtuellen Spieler im Basketball-Spiel zieren.

Im Detail handelt es sich um acht Zeichnungen, darunter das Portrait eines Kindes und Schriftrollen mit Wolken auf den Armen des Spielers LeBron James und Schmetterlinge auf dem Arm von Kobe Bryant. Solid Oak Sketches hat sich die Rechte an den Tätowierungen bereits vor einem Jahr gesichert. Hinzu kommt, dass Schriftverkehr mit dem Spielehersteller existiert, in dem ein Nutzungsrecht für Take Two zum Preis von 1,1 Millionen Dollar (umgerechnet etwas über eine Million Euro) angeboten wird.

"Es steht fest, dass sie (Take Two) wussten, dass es sich bei der Darstellung der Tätowierungen um eine Verhandlungssache handelt", sagt Darren Heitner, dessen Anwaltsfirma Heitner Legal den Kläger vertritt.

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Tattoos - Spiele, die unter die Haut gehen

Nicht zum ersten Mal verklagt ein Tattoo-Künstler einen Videospiel-Hersteller dafür, dass dieser seine Arbeit an einem Athleten ohne Erlaubnis nutzt. So erhielt zum Beispiel der Tätowierer Victor Escobedo 22.500 Dollar (cirka 20.700 Euro) für seine Löwen-Tätowierung, die der UFC-Kämpfer Carlos Condit trägt. Diese wurde nämlich ohne die Erlaubnis des Künstlers in UFC Undisputed 3 von Hersteller THQ dargestellt. Allerdings belief sich der ursprüngliche Streitwert auf eine Höhe von 4,1 Millionen Dollar (fast 3,8 Millionen Euro).

Aufgrund der Sorge, in eine gerichtliche Klage involviert zu werden, hat der Spielerverband der NFL bereits 2014 allen Mitgliedern offiziell mitgeteilt, dass sie die Freigabe der jeweiligen Künstler benötigen, sollten ihre Tätowierungen in irgendeiner Form der Vermarktung auftauchen. Dazu zählen auch Videospiele.

Daran gehalten hat sich zum Beispiel der Football-Spieler Colin Kaepernick, dessen Körperkunst in Madden NFL 15 zu sehen ist. Er hat sich zuvor die Erlaubnis der Tätowierer eingeholt, die für die Arbeit verantwortlich zeichnen. Die Grundlage solcher Streitigkeiten fußt auf der Annahme, dass der Tätowierer immer noch der Besitzer der Arbeit ist, auch wenn sie sich auf dem Körper einer anderen Person befindet.

Ob es sich hierbei um überzogene Forderungen handelt, um schnell an Geld zu kommen oder ob es sich tatsächlich um eine Verletzung von bestehenden Rechten handelt, wird das Gericht entscheiden.

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Tags: Politik  

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