Starcraft 2: Vize-Weltmeister in Haft

von Micky Auer (02. Februar 2016)

Wer immer noch der Meinung ist, dass Manipulationen im Esports-Bereich, wo es mitunter um Preisgelder in Millionenhöhe geht, gerade mal als minderschwer betrachtet werden, sollte sich sein eventuelles Vorhaben nochmal genau überlegen. Ein prominentes Mitglied der E-Sports-Szene lernt gerade, dass es sich hierbei um einen schweren Gesetzesbruch handelt.

Im Mittelpunkt des Geschehens steht das bekannte Echtzeitstrategiespiel Starcraft 2 von Blizzard. Vor allem koreanische Spieler gehören zur Weltspitze und ihre virutellen Gefechte erfreuen sich reger Beliebtheit. Das weckt dummerweise bei manchen auch kriminelle Energien. So auch beim derzeitigen Vize-Weltmeister Lee Seung Hyun, in der Szene besser unter dem Namen "Life" bekannt. Ihm werden schwerwiegende Match-Manipulaitionen vorgeworfen.

Was genau soll er nun angestellt haben? Angeblich hat er unwichtige Spiele verschoben und absichtlich verloren. Das allein ist zwar nicht sonderlich elegant, aber noch nicht ungesetzlich. Das wird die Situation aber, wenn es stimmt, dass Life anonym gegen sich selbst gewettet hat. Die Frage ist: Wieso? Life zählt zur absoluten Weltspitze in Starcraft und trug selbst bereits einmal den Titel "Weltmeister". Seine gesammelten Preisgelder bewegen sich im Bereich von einer halben Million Dollar (rund 460.000 Euro), hinzu kommen äußerst ertragreiche Sponsorenverträge. Und das mit gerade mal 19 Jahren. Wenn sich die Anschuldigungen als wahr erweisen, handelt es sich wohl um einen klassischen Fall von "den Hals nicht voll kriegen".

Die südkoreanische Polizei kam ihm auf die Schliche, weil er die Meisterschaft nur knapp verloren hatte (12:11) und er im Anschluss gegen Spieler den Kürzeren zog, die ihm eigentlich niemals das Wasser hätten reichen können. Er tritt oft gegen andere bekannte Spieler an (Zest, Maru, sOs, Rogue, herO, um nur einige zu nennen) und gewinnt zumeist diese Partien. Das ständige Verlieren gegen eher unbedeutende Spieler rief Zweifel an der Ehrlichkeit seiner Absichten hervor.

Wie die südkoreanische Seite Media Daum berichtet, hält sich die Staatsanwaltschaft aufgrund der noch andauernden Ermittlungen mit weiterne Informationen bedeckt. Es ist lediglich bekannt, dass sich Life zurzeit in Untersuchungshaft befindet, dass die Ermittlungen wegen Spielmanipulation eingeleitet wurden und dass gegen Life entsprechende Anzeigen erstattet wurden. Auch über ein mögliches Strafmaß ist zurzeit noch nichts bekannt.

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Das erwartet euch in den Erweiterungen von Starcraft 2

Der vorgeworfene Betrugsversuch von Life wäre nicht das erste Ereignis dieser Art. Im Oktober vergangenen Jahres flog ein groß angelegter Wettbetrug im E-Sport auf und mehrere Spieler wurden verhaftet.

Von vielen belächelt, handelt es sich bei E-Sports mittlerweile um eine lukrative Geschäftsschiene, die aber auch eine gesetzliche Grundlage braucht. Speziell, weil es in der Regel um viel Geld geht. So fanden vor nicht allzu langer Zeit die ersten Doping-Skandale im E-Sport Einzug.

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Tags: E-Sport   Politik  

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