Kojima und del Toro können auch ohne Konami: "Wir machen weiter."

von Micky Auer (04. Februar 2016)

Um es gleich eingangs festzuhalten: Silent Hills ist vom Tisch und wird es wohl auch bleiben. Das vielbeachtete Gemeinschaftsprojekt von Entwickler Hideo Kojima und Regisseur Guillermo del Toro ist seit dem Streit zwischen Kojima und seinem ehemaligen Arbeitgeber Konami gestorben. Die Rechte liegen bei Konami und die machen Glücksspielautomaten für japanische Spielhallen draus. So, nur, damit das vom Tisch ist und in weiterer Folge keine Missverständnisse aufkommen.

So viel zu den sicher mit viel Weitblick getätigten Geschäftsentscheidungen des japanischen Herstellers. Kommen wir nun zu den eher erfreulichen und hoffnungsgebenden Neuigkeiten: Kojima und del Toro haben nicht vor, die Flinte so schnell ins Korn zu werfen. Genauer genommen soll es bereits im Februar zu einem Zusammentreffen der beiden kreativen und visionären Köpfe kommen, und zwar im Rahmen der Veranstaltung DICE Summit, wie der Webseite der Veranstaltung zu entnehmen ist.

Zur Erklärung: Dice hat in diesem Fall nichts mit dem gleichnamigen schwedischen "Star Wars - Battlefront"-Entwickler (Digital Illusions Creative Entertainment) zu tun. Vielmehr steht das Akronym für Design, Innovate, Communicate, Entertain. Dabei handelt es sich um eine seit 2002 jährlich in Las Vegas stattfindende Fachtagung der führenden Persönlichkeiten der Videospielbranche.

Kojima und del Toro sollen am 18. Februar als Redner im Rahmen der Grundsatzrede fungieren. Laut Pressemitteilung des Veranstalters wollen die beiden "Einblicke in ihre kreative Vision und die treibende Kraft hinter ihrem künstlerischen Streben gewähren". Zu den weiteren Rednern gehört zum Beispiel Todd Howard, der Projektleiter von Fallout 4 und der hierzulande eher unbekannte Bühnenmagier Penn Jillette.

Was genau die beiden bekanntgeben werden, ist zurzeit noch Verschlusssache. Es bleibt jedoch spannend. Zwar hat del Toro im Zuge von der eher einseitig ausgeführten Schlammschlacht seitens Konami bereits zu Protokoll gegeben, dass er nie wieder etwas mit Videospielen zu tun haben will, jedoch scheinen sich nun für ihn die Wogen geglättet zu haben und er ist hoffentlich wieder Willens, seine kreative Arbeit auch in die digitale Unterhaltungsindustrie einzubringen. Es wäre auch ein herber Verlust und schade um die Gelegenheit, zwei immer mehr zusammenwachsende Medien sich durch ein harmonisches Miteinander zweier bekannter Künstler weiterentwickeln zu lassen.

Guillermo del Toro hat auch außerhalb der Freundschaft mit Hideo Kojima eine Vorgeschichte mit Konami, wenn auch ohne sein direktes Zutun. Als Konami den Neustart seiner Castlevania-Reihe an den spanischen Entwickler Mercury Steam abgab, hat dessen Team sich nach eigenen Aussagen bei der visuellen Gestaltung von Castlevania - Lords of Shadow stark am Film Pans Labyrinth von Regisseur del Toro orientiert.

Kojimas letzte Arbeit für Konami ist Metal Gear Solid 5 - The Phantom Pain. Das lang erwartete Abenteuer stand aufgrund des vielzitierten Streits für kurze Zeit auf wackeligen Beinen, fand dann aber Ende vergangenen Jahres doch noch den Weg auf heimische Bildschirme. Ob sich das Warten, Zittern und Bangen gelohnt hat, erfahrt ihr im Test "Metal Gear Solid 5 - The Phantom Pain: König der Schleicher".

Tags: Pressekonferenzen   Hideo Kojima  

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