Wer ist eigentlich? #139: Der Titan Kronos

von Frank Bartsch (14. Februar 2016)

Die mythologische Figur Kronos kommt in vielen Spielen vor oder erhält zumindest eine Erwähnung. Doch wer ist eigentlich dieser Titan, der gegen die griechischen Götter kämpft?

Kronos ist der jüngste Sohn von Gaia (Erde) und des Uranos (Himmel). Er ist der Anführer der Titanen und Vater des höchsten altgriechischen Gottes Zeus.

Kronos' Leben ist von Hass, Gier und Neid erfüllt. Sein Vater ist ihm da leider ein Vorbild gewesen. Denn Uranos hasste seine Kinder und verbannte sie in den Tartaros, der altgriechischen Vorstellung der Hölle.

Gaia brachte daher die Titanen, eine Kinderschar mächtiger Geschöpfe, vor ihrem Gatten verborgen zur Welt. Darunter war auch Kronos.

Es war dann auch Gaia, die ihren mächtigen Sohn Kronos anstiftete, Uranos zu entmannen. Der Titan griff zu einer mächtigen Sichel und vollbrachte das blutige Werk. Mit der Auflehnung gegen den eigenen Vater wurde Kronos zum Herrscher über das Universum und das sogenannte „Goldene Zeitalter“ brach an.

Der Titan nahm sich seine Schwester Rhea zur Frau. Beide waren überaus produktiv und zeugten zahlreiche Kinder. Darunter solch griechische Prominenz wie die Götter Hera, Hades, Hestia, Poseidon, Demeter und Zeus.

Noch vor der Geburt der Kinder besagte eine Prophezeiung, dass einer seiner Nachkommen Kronos stürzen würde. Der Titan fraß daher seine Brut direkt nach der Geburt auf (Ja, Mythologie ist kein Zuckerschlecken: Inzest, Kastration und Kannibalismus gehörten sozusagen zum Tagesgeschehen).

Doch Rhea konnte immerhin das jüngste Kind, Zeus, vor diesem Schicksal bewahren. Als der Gott auf dem Speiseplan stand, hielt Rhea Kronos einen eingewickelten Stein vor. Kronos achtete nicht darauf und nahm an, statt eines Steines, Zeus zu verspeisen. Der Gebieter über Blitz und Donner wuchs indessen verborgen auf der Insel Kreta auf.

Die Literatur ist sich uneins, wie die von Kronos verschlungenen Götter wieder das Tageslicht sehen konnten. Einerseits soll der Stein so schwer im Magen gelegen haben, so dass Kronos seine Kinder wieder erbrach, andererseits soll Gaia (die sich auf die Seite von Rhea gestellt hat) ihren Sohn überlistet haben, was dazu geführt hat, dass die Götter Kronos' Verdauungstrakt entkommen konnten.

Jedenfalls geht die Prophezeiung ihren Lauf und Zeus fordert seinen Vater heraus. Es beginnt das Zeitalter der sogenannten „Titanomachie“. Götter und Titanen kämpfen um die Vorherrschaft im Universum, ohne dass sich eine Seite durchsetzen kann.

Doch Zeus holt sich Hilfe aus der Unterwelt. Er entfesselt die Zyklopen und Hekatoncheiren, die einstigen Kinderscharen von Uranos, die ihr Leben im Tartaros fristeten. Diese Wesen verhalfen Zeus erst zu seinen Blitzen, Poseidon zu seinem mächtigen Dreizack und Hades zu einer überragenden Rüstung.

Die Götter konnten sich dank dieser Unterstützung durchsetzen. Nach dem Krieg begann das „Silberne Zeitalter“, in dem die Götter herrschten. Einige Titanen erhielten drakonische Strafen. So wurde beispielsweise Atlas dazu verdonnert, auf alle Zeit den Himmel zu halten, so dass er nicht auf die Erde fiele.

Kronos hingegen fristet fortan sein Dasein in einem Gefängnis im Tartaros, aus dem er allerdings stets versucht auszubrechen.

Erster Auftritt:

Weitere Auftritte:

Besondere Merkmale:

  • Vater von prominenten griechischen Göttern
  • frisst die eigenen Kinder
  • entmannt den eigenen Vater
  • Anführer der Titanen
  • lebt eingesperrt in der Unterwelt
1 von 12

Wer ist eigentlich der Titan Kronos?

So viel zu Kronos. Nächste Woche geht es bei Wer ist eigentlich? mit einem anderen Charakter weiter. Wer es wohl dieses Mal sein wird?

Falls ihr es verpasst habt, dann schaut euch hier die letzten Ausgaben von "Wer ist eigentlich?" an:

Tags: Singleplayer   Retro   Fantasy   Wer ist eigentlich  

Kommentare anzeigen
Schauspieler Will Ferrell wird zum "E-Sport"-Profi im neuen Film

Schauspieler Will Ferrell wird zum "E-Sport"-Profi im neuen Film

Jetzt schafft es der E-Sport sogar auf die große Leinwand. Wie das US-Magazin Variety berichtet, soll Schauspiele (...) mehr

Weitere News