Street Fighter 5: Capcom verzichtet auf Super-, Hyper- und sonstige Ableger

von Micky Auer (11. Februar 2016)

Es vergehen nur noch wenige Tage bis zum geplanten Verkaufsstart von Street Fighter 5. Bereits am 16. Februar soll der spektakuläre Straßenprügler bei uns für PS4 und PC in den Läden stehen. Im Vorfeld zeigen sich jedoch viele potenzielle Käufer skeptisch. Der Grund: Warum sollte man sich ein neues Street Fighter zulegen, wenn vermutlich in einem halben Jahr das gleiche Spiel in der Super-Variante erscheint, wiederum etwas später folgt dann die Hyper-Edition und dann vielleicht auch noch die Arcade-Fassung (eventuell noch mit einer Ultra-Ausgabe zwischendrin).

Diese Veröffentlichungsstrategie ist nicht aus der Luft gegriffen, sondern wurde so von Hersteller Capcom mit dem Vorgänger Street Fighter 4 praktiziert (und nicht anders lief es bereits bei den SNES-Fassungen von Street Fighter 2). Ärgerlich insofern, da die Neufassungen gerne zum vollen Verkaufspreis angeboten werden, Änderungen jedoch nur in einem Maß enthalten, die eigentlich per DLC oder Aktualisierung möglich sein sollten. Auch Anpassungen der Spielbalance kommen nicht per Patch, sondern werden als neue Edition in den Verkauf gebracht. Das hat Capcom zum Beispiel auch mit Marvel vs. Capcom 3 - Fate of Two Worlds so praktiziert.

Als Konsument fühlt man sich dahingehend verständlicherweise hintergangen. Erschwerend hinzu kommt der Umstand, dass Capcom dafür bekannt ist, bereits vorgefertigten DLC mit auf den jeweiligen Datenträger zu packen und dann per bezahltem Code vom Spieler freischalten zu lassen. Dafür stand das japanische Unternehmen bereits unter harscher Kritik, hat aber auf direkte Fragen immer nur ausweichend reagiert oder so legendäre Äußerungen getätigt wie: "Das ist aber in Japan ein ganz normales Verkaufsmodell", oder "Wenn der DLC schon auf der Disc ist, erspart sich der Spieler den Download. Das ist viel bequemer." Ja, Capcom, das ist schön. Nur sind wir nicht in Japan, und vorproduzierte Inhalte als "neue" Erweiterung anzupreisen ist auch nicht sonderlich elegant.

Eigentlich schon beinahe vermessen zu glauben, dass sich gut informierte Konsumenten heute noch durch solche Aussagen beschwichtigen lassen. Damit soll nun aber Schluss sein. In der englischen Ausgabe des Magazins MCV meldet sich Bryan Ayers zu Wort, seines Zeichens Markenbeauftragter für Street Fighter 5. Er beteuerte noch einmal, dass das Spiel in der Form, wie es auf den Markt kommt, die gesamte aktuelle Konsolengeneration überdauern soll. Es seien keine Super-, Hyper- oder ähnliche Ableger geplant. Grund dafür: Die Community soll nicht zersplittert werden. Ob hier der wahre Grund nicht vielleicht doch lautet, dass Capcom um die Absatzzahlen bangt, weil die Leute mit X zusätzlichen Versionen rechnen? Falls ja: Dieses Problem ist dann wohl hausgemacht.

Aktualisierungen und DLCs soll es jedoch sehrwohl geben. Das ist auch vollkommen in Ordnung, solange dafür nicht wieder eine "neu komplettierte Version" zum Vollverkaufspreis ihren Weg in die Ladenregale findet. Lieber Bryan, wir werden uns an deine Worte erinnern. Speziell dann, wenn doch irgendwann eine Super Hyper Ultra Arcade Edition angekündigt wird.

Auch wäre es jammerschade, das Potenzial von Street Fighter 5 auf diese Weise zu verschenken, denn dass das Spiel was taugt, haben wir für euch schon beim ersten Anspieltermin erörtern können. Schaut mal in die Vorschau: "Street Fighter 5: Beim allerersten Anspiel-Termin fliegen die Fetzen", dort haben wir unsere Eindrücke festgehalten.

Tags: DLC   Singleplayer   Multiplayer  

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