Minimum: Das Spiel, das Atari seit fünf Monaten nicht geregelt kriegt

von Frank Bartsch (18. Februar 2016)

Minimum ist ein Online-Shooter, den Hersteller Atari im September 2015 veröffentlichte. Seitdem läuft das Spiel nicht. Wechselnde Entwickler versuchen den Inhalt zum Laufen zu bringen - bislang ohne Erfolg. Das Spiel bleibt schlicht und ergreifend unspielbar.

Das englischsprachige Magazin Kotaku hat nun die Leidensgeschichte des Spiels chronologisch aufgezeichnet.

Ursprünglich war der Entwickler Timegate Studios mit dem Spiel beschäftigt, in dem riesige Roboter in die Schlacht ziehen. Doch das Unternehmen ging noch während der Entwicklungszeit pleite.

Atari und die Human Head Studios sind eingesprungen und tatsächlich wurde das Spiel fertiggestellt und landete zum Verkauf auf Steam.

Kurzzeitig konnten die Spieler Onlinegefechte genießen, doch schon bald kam es zu ersten Ausfällen. Über Steam hieß es im September 2015:

"Wir haben Auffälligkeiten in unserer Serverstruktur festgestellt, die dazu führen, dass sich einzelne Spieler nicht einwählen können. Wir arbeiten daran den Fehler zu beheben und halten euch auf dem Laufenden."

Es vergingen Wochen, ohne dass das Spiel stabil lief. Bald meldete sich Atari zurück. Das Problem sei doch größerer Natur und müsse für die Reparatur komplett offline gehen. Minimum war zu dem Zeitpunkt nicht mehr zum Verkauf auf Steam verfügbar. Besitzer des Spiels, die versuchten mal wieder reinzuschauen, erhielten folgende Meldung über Steam:

Zu Deutsch: "Spiel konnte nicht gestartet werden. [...] Weitere Informationen erhältst du im Steam-Support."

Und seitdem tickt die Uhr. Die Human Head Studios sind mittlerweile von dem Projekt abgesprungen.

Im Dezember 2015 verkündet Atari dann, dass ein neues Entwicklungsstudio an Bord sei und ein Prototyp des überarbeiteten Spiels bereits intern laufe. "Anfang 2016" soll es Neuigkeiten geben.

Kotaku hat sich mit Atari in Verbindung gesetzt, um zu erfahren, wie es denn nun weiter geht mit dem Spiel, für das Interessierte gezahlt hatten.

Todd Shallbetter aus der Führungsriege des Unternehmens meldete sich zu Wort und erklärte, dass "kommende Woche" Neuigkeiten zum Status des Spiels verkündet würden. Shallbetters Aussicht wird von dem Wort "hoffentlich" begleitet.

Minimum sagt euch nichts? Ein Trailer des Spiels vermittelt euch einen Eindruck:

(Quelle: Youtube, Atari)

Fünf Monate sind eine lange Zeit. Während dieser Spanne kann das Interesse an einem durchschnittlichen Spiel gänzlich verblassen. Wenn Minimum denn nun tatsächlich wieder laufen sollte, ist es fraglich, ob es überhaupt noch jemand spielen will.

Ein so langer Ausfall stellt glücklicherweise eine Ausnahme in der Industrie dar. Allerdings kommt es immer häufiger vor, dass fehlerbehaftete Spiele in den Handel kommen, und manchmal werden nicht alle dieser Fehler behoben. Das liegt unter anderem an der Komplexität mancher Produktionen, bei denen teilweise auch schwere Fehler nicht einfach reproduzierbar und in Folge behebbar sind.

Dennoch wäre es als Käufer schön zu wissen, dass der Preis eines Spiels sich nicht nur durch die Qualität dessen, sondern auch durch seine eigentlich selbstverständliche Funktionalität rechtfertigt.

Tags: Online-Zwang   Steam  

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