Bear Simulator: Entwickler gibt nach heftiger Kritik von PewDiePie auf

von Micky Auer (08. März 2016)

Es ist zwei Jahre her, da dachte sich der junge Entwickler John Farjay: "Hey, Goat Simulator ist zurzeit in aller Munde! Ich sollte etwas Ähnliches auf die Beine stellen." Heraus kam dabei der Bear Simulator. Wie der Name schon sagt, schlüpft ihr dabei in die Rolle eines Bären und treibt allerlei Unfug. Wie auch Goat Simulator nimmt sich das Spiel in keiner Weise ernst.

Farjays Plan ging auf. Seine Idee fand beim Publikum Anklang. Im Zuge der positiven Resonanz gelang es ihm, rund 100.000 Dollar (cirka 91.000 Euro) für die Finanzierung des Spiels zu sammeln. Vor wenigen Tagen, genau am 26. Februar, erblickt der Bear Simulator dann das virtuelle Licht der Welt auf Steam. So positiv bis zu diesem Zeitpunkt alles gelaufen ist, so negativ fielen die Rückmeldungen aus.

Bereits nach so kurzer Zeit kam von Farjay die überraschende Mitteilung, dass er es nicht für sinnvoll hält, das Spiel weiter zu entwickeln. Seinen eigenen Worten zufolge wäre dieses Unterfangen "hoffnungslos", so schreibt er selbst auf der Finanzierungsseite Kickstarter. Die aktuelle Version käme nicht gut an, der Name des Spiels sei nun stigmatisiert und es gäbe noch viele weitere, ungenannte Probleme. Außerdem gibt er zu, dass er nicht die notwendigen Fähigkeiten hat, um eine verbesserte Variante auf den Markt zu bringen.

Besonders hervor hebt er dabei das Drama, das sich im Zuge der Veröffentlichung entwickelt hat. "Ich kann das alles nicht einfach ignorieren, weil das für noch mehr Drama sorgt", so Farjays frustrierte Worte. Zwar verspricht er auch, noch das für die Unterstützer angekündigte "Kickstarter Island" in den Bear Simulator zu integrieren, doch ansonsten will er sich nur noch auf Fehlerbehebungen beschränken.

Eine gute Portion Frust bei Farjay dürfte auch der schwedische Youtube-Star Felix Kjellberg beigetragen haben. Der ist weltweit besser unter dem Namen PewDiePie bekannt und zählt zu den erfolgreichsten Youtubern unserer Zeit. PewDiePie hat sich Bear Simulator in einem "Let's Play"-Video vorgenommen und war absolut nicht begeistert davon. Nach ungefiltert heftiger Kritik am Spiel ließ er sich am Ende des Videos sogar noch dazu herab, dem Entwickler den Mittelfinger zu zeigen. Das ist zwar wenig erwachsen, aber seinem Publikum scheint sowas zu gefallen. Grund für den Finger war der vergebliche Versuch, eine Rückerstattung von Steam zu bekommen.

Kjellberg hat für diese Aktion durchaus ein paar zornige Kommentare abbekommen. Er selbst ist sich jedoch keiner Schuld bewusst und hält sein Handeln für richtig. "Was habt ihr denn erwartet, wenn man das Internet um 100.000 Dollar anpumpt und dann ein mieses Produkt abliefert?", stellt Kjellberg auf Twitter in den Raum. Und für Farjay hat er auch gleich einen Rat auf Lager: "Entwickle das Spiel konsequent zu Ende. Manche Leute scheinen es zu mögen."

Kjellberg hat leicht Reden. Um Geld muss er sich keine Sorgen mehr machen. Übrigens war sein Video zu Bear Simulator zwischenzeitlich nicht mehr öffentlich verfügbar. Die negative Resonanz auf sein Verhalten war wohl doch zu groß. Aktuell ist es jedoch wieder auf seinem Youtube-Kanal zu sehen. Darunter erklärt er in Textform, dass er das Video entfernt hat, weil es zu viel "Drama" verursacht hätte. Nun hat er es jedoch wieder online gestellt, weil er sich nicht als Hauptursache für das Aufgeben des Entwicklers sieht. Die Passage mit dem Mittelfinger taucht übrigens in der aktuellen Fassung des Videos nicht mehr auf.

Dabei scheinen die Rückmeldungen auf Steam zu Bear Simulator im großen und ganzen doch gar nicht so schlecht zu sein, wie der Entwickler selbst das darstellt. Die Kritiken auf Steam fallen "größtenteils positiv" aus. Von 144 Rezensionen stellen 79 Prozent eine Empfehlung dar (zum Zeitpunkt des Entstehens dieser Meldung). Die negativen Kritiken bemängeln, dass das Spiel unfertig und fehlerhaft sei. Rückmeldungen gibt es auch auf Kickstarter. Dort wird Farjay dazu ermutigt, sein Projekt weiterzuführen. Ob und wie der Entwickler sich entscheidet, wird die Zukunft zeigen.

Tags: Steam   Kickstarter   Indie  

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