Zocken gegen Terror: FBI-Spiel soll vor Extremismus schützen

von Julian Städing (15. März 2016)

Die aktuelle Weltlage bleibt angespannt. Neben der andauernden Flüchtlingskrise und innerpolitischen Auseinandersetzungen, häufen sich leider auch extremistische Terroranschläge. Die terroristische Vereinigung IS (Islamischer Staat) sucht dafür immer wieder Personen, die bereit sind ihr eigenes Leben aus der Hand zu geben und Selbstmordattentate zu verüben. Vor allem Kinder und Jugendliche sollen für diese Gräueltaten rekrutiert werden, da sie in ihrem Selbstbewusstsein noch nicht gefestigt sind und leichter zu überzeugen scheinen.

Nun soll ein Videospiel die Kinder vor dem Überlauf zum Terrorismus bewahren.

Das Browserspiel vom Federal Bureau of Investigation (FBI) „The Slippery Slope to Violent Extremism“ gehört zur Online-Kampagne „Don't be a Puppet“ (Werde nicht zur Marionette) und will die Jugendlichen spielerisch davon abhalten, auf den falschen Weg zu geraten. Darüber hinaus ist es Free to Play - hier könnt ihr noch einmal in unser großes Special zum Thema Free to Play hineinlesen. Der Grundgedanke ist lobenswert – die Umsetzung eher fragwürdig: Als Spieler steuert ihr tatsächlich eine Ziege durch eine pixelige Graslandschaft und müsst sprichwörtlich den rutschigen Pfad zum gewalttätigen Extremismus überwinden.

Im Verlauf des Spiels müsst ihr allerhand Hindernisse bewältigen und Gegenständen ausweichen, die wohl metaphorisch als Abwerbungsversuche der Terrorvereinigung zu deuten sind. Verdrückt ihr euch einmal, zerschellt die Ziege an einem Felsen. Nach FBI-Logik wärt ihr somit verloren und in den Händen der Feinde. Die klare Botschaft: Lasst euch nicht vom richtigen Weg abbringen.

Allzu komplex ist das Ganze dabei nicht: Die motorisch beschränkte Ziege manövriert ihr mit den Pfeiltasten durch eine grafisch eher rückständige Spielwelt. Eine richtige Geschichte gibt es dabei nicht – das Spiel soll einzig und allein seiner didaktischen Lehrfunktion, im Stile eines Serious Games zu denen auch schon Präsident Obama griff, nachkommen.

Ihr könnt das Spiel hier ausprobieren und euch selbst ein Bild machen.

Dass Behörden mit derartigen Kampagnen versuchen die Jugend anzusprechen, ist im Ansatz durchaus positiv zu bewerten, wird aber häufig zu unbeholfen umgesetzt. Auf dem Weg zu einer friedlichen Welt können wohl auch Videospiele einen Beitrag leisten – sofern sie gut gemacht sind.

Was haltet ihr von dem Brower-Spiel des FBI? Denkt ihr, dass es positive Auswirkungen auf anfällige Jugendliche haben kann? Schreibt eure Meinung gerne in die Kommentare.

Tags: Gratis  

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