Super Mario Maker: Nintendo löscht Levels von Speedrunner

von Micky Auer (22. März 2016)

Nintendo hat ein großes Problem mit Super Mario Maker. Spieler beschweren sich darüber, dass ihre selbsterstellten Levels von den Servern gelöscht werden, und zwar ohne jegliche Erklärung dafür. David Hunt, online bekannt unter dem Namen "GrandPOObear", ist ein sogenannter Speedrunner, der davon lebt, Spiele online zu streamen. Auch seine Levels sind alle verschwunden, berichtet das englischsprachige Magazin Kotaku.

Wenn ein Level von den Servern gelöscht wurde, kann er nicht mehr verändert oder erneut hochgeladen werden. Der Level muss von Anfang an neu gebaut werden. Da es keinerlei Rückmeldungen seitens Nintendo gibt, warum ein Level gelöscht wurde, ist das also ein reines Glücksspiel. Hunt, der mehr als 100 Stunden damit verbracht hat, seine Levels hochzuladen, sagt die Wahrheit, wie ein Blick auf sein "Mario Maker"-Profil beweist:

(Bildquelle: Kotaku)

Sterne werden von anderen Spielern vergeben und entsprechen den "Likes", wie ihr sie von Facebook kennt. Nintendo löscht regelmäßig weniger beliebte Levels und macht die Sterne somit zur lebenserhaltenden Maßnahme für eure Kreationen.

"Streams von Mario Maker stellen 90 % meines Inhalts dar, was auch 90 % meines Einkommens bisher in diesem Jahr bedeutet", erwähnt Hunt gegenüber Kotaku. Kein Wunder also, dass er so außer sich ist. Nachdem seine Levels gelöscht wurden, hat sich Hunt an den Kundendienst von Nintendo gewandt. Das Gespräch hat er aufgezeichnet und ins Internet hochgeladen.

(Quelle: Youtube, Grand POOBear)

Der Kundendienst konnte zu der Situation nicht viel beisteuern. Hunts Profil zeigte keine Anzeichen von unangebrachten Aktivitäten. "Sind sind nicht wegen Cheaten oder sonstigen Problemen markiert", erfährt Hunt am Telefon. "Würde der Vorwurf des Cheatens bestehen, wäre eine Nachricht auf ihr Profil eingegangen. Aber da ist nichts zu sehen. Aktuell können wir Ihnen keine Lösung anbieten. Wir leiten das intern weiter, damit der Fall untersucht werden kann." So die letzte Aussage seitens Nintendo.

Die "Mario Maker"-Community wird nicht nur von Nintendo beaufsichtigt. Auch andere Spieler können Levels melden. Dieses System zieht viel Missbrauch nach sich. Besonders Streamer sind der Gnade von Trollen ausgesetzt. Es reichen ein paar Leute, die einen Level melden, schon wird dieser gelöscht. Bereits Mitte Januar wurde ein Level von Hunt gelöscht. Dieser trug den Namen Pile of Poo-POOgatory (poo heißt Kacke). Bei solchen Worten schlagen die "Profanity Filter" von Nintendo an. Deren Aufgabe ist es, Inhalte nach bestimmten Reizworten abzusuchen und diese automatisch zu melden.

Hunt bot Nintendo an, den Namen des Levels zu ändern, wenn das das Problem sei. Laut Kundendienst sei dies aber nicht möglich. Eine Überprüfung des besagten Levels würde auch eine Überprüfung aller anderen Levels nach sich ziehen.

Tatsächlich wurde der fragliche Level wieder freigeschaltet. Hunt erhielt die Nachricht per Anruf und bedankte sich für die Hilfe. Dummerweise hat dies nicht funktioniert, der Level blieb weiterhin offline. Tage später brachte Hunt in Erfahrung, dass es nun doch an einer Gestaltungsvariante lag, dass der Level nicht wieder freigeschaltet werden konnte.

Das geschah Mitte Februar. Jetzt, einen Monat später, sind alle Levels, die Hunt erstellt hat, von den Servern verschwunden. Auch jene, in denen keine "bösen Worte" im Titel vorkamen.

Verständlicherweise fühlt Hunt sich ungerecht behandelt. Er befürchtet, dass er nun Ziel der Lösch-Attacken ist, weil er die Konversationen mit Nintendo veröffentlicht und auch öffentlich Kritik an der Vorgehensweise geübt hat. Seitens Nintendo gibt es dazu keine Stellungnahme.

Es wäre schade, wenn Nintendo durch diese Vorgehensweise die Community rund um das Spiel schädigt. Schließlich gehört Super Mario Maker zu den besten Spielen auf der Wii U, wie auch der Test: "Super Mario Maker: Praktikum bei Bowser" belegt.

Übrigens: Wenn ihr das Spiel als Download erworben habt, entgeht euch das Illustrationsbuch, das der Ladenverkaufsversion beiliegt. Dieses könnt ihr euch aber als kostenloses PDF herunterladen.

Tags: Video   Online-Zwang   Livestream  

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