1.700 Zoll "Monitor": Studenten machen Hochhaus zum Bildschirm

von Micky Auer (31. März 2016)

Die Fenster eines Gebäudes im Wechsel so zu beleuchten, dass nach außen hin einfache Animationen erkennbar sind, ist keine gänzlich neue Idee. Solche spaßigen und teils auch interaktiven Projekte gab es schon mehrfach. Was vier Informatiker der Christian-Albrecht-Universität in Kiel hier allerdings auf die Beine gestellt haben, verdient schon ordentlich Respekt.

So haben sie die 392 Frontfester eines Uni-Gebäudes in Kiel kurzerhand zu großen Pixeln umfunktioniert. Die 14 Stockwerke wurden mit insgesamt 56.448 LEDs zum Bildschirm umgerüstet. Darauf lassen sich sogar einfache Spiele im Stile von Breakout oder Tetris spielen. Spielen auf einem Monitor mit 43 Metern Bildschirmdiagonale, oder anders ausgedrückt: stattliche 1.700 Zoll? Da nimmt man für den Spaß gerne auch mal die geringe Auflösung in Kauf.

Laut Deutscher Presse-Agentur sollen die ersten Planungsarbeiten für das Projekt bereits vor zwei Jahren im Zuge eines Wettbewerbs begonnen haben. Jonas Lutz, unter dessen Schirmherrschaft die Umsetzung stattfinden sollte, hat aber früh erkannt, dass die ausgeschriebenen 2.500 Euro nicht ausreichen würden. Daher hat er erst gar nicht an dem Wettbewerb teilgenommen. Die Idee blieb allerdings nicht unerhört, und so konnten sich über die Pressestelle alsbald Sponsoren finden. Die rund 30.000 Euro, die für die Umsetzung des Projekts nötig waren, waren also gesichert.

Im November 2015 war es dann endlich soweit: Die Lichtfassade wurde zum ersten Mal eingeschaltet. Doch erst seit diesem Monat - und rund 5.000 investierten Arbeitsstunden - können auch Spiele auf dem "Monitor" gespielt werden. Es bleibt aber nicht bei reinen Spielereien. Denn auch Forschungsarbeiten zum Thema Licht-Kommunikation werden mithilfe des speziell ausgeleuchteten Hochhauses möglich sein. Mehrere Professoren hätte sich dahingehend schon bei Lutz gemeldet.

Der erst 23-jährige Student stellt auch heraus, dass der Betrieb ausgesprochen kostengünstig sei. Eine Stunde Tetris würde lediglich einen Betrag im Cent-Bereich kosten. Und selbst, wenn die LEDs auf höchster Stufe arbeiten, also weiß leuchten, würde das pro Stunde nur drei Euro an Kosten verursachen. Tetris, zum Beispiel, wurde sogar komplett neu programmiert, um mithilfe der beleuchteten Fenster gespielt werden zu können. Dazu sollen für Interessierte auch Gamepads bereitgestellt werden.

Bereits 2014 hat ein Mann namens Frank Lee in Philadelphia ein ähnliches Projekt gestartet. Damals kamen aber lediglich 1.500 LEDs zum Einsatz. Im Vergleich zu den Kielern regelrecht niedlich.

Tags: Fun   Hacks   Mod   Video  

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