Politiker verschwendet Wahlkampf-Gelder für PC-Spiele

von Frank Bartsch (06. April 2016)

Duncan Hunter ist Kongressabgeordneter im  Bundesstaat Kalifornien; Bildquelle: http://hunter.house.gov/Duncan Hunter ist Kongressabgeordneter im Bundesstaat Kalifornien; Bildquelle: http://hunter.house.gov/

Der amerikanische Kongressabgeordnete Duncan Hunter muss sich derzeit vor einem Untersuchungsausschuss rechtfertigen. Der Vorwurf lautet "Zahlung aus Geldern für den Wahlkampf, um Videospiele zu erwerben in 68 Fällen."

Die Online-Ausgabe der Tageszeitung San Diego Union Tribune rollt den Fall auf, der derzeit für Aufsehen in den Vereinigten Staaten sorgt.

Die Politiker müssen Ausgaben für Aktionen wie einen Wahlkampf natürlich nachweisen. So hat Duncan auch 2015 eine Aufstellung der Kosten für seinen Wahlkampf aufgeschlüsselt. Dabei fiel der Posten von 1.302 Dollar, umgerechnet etwa 1.144 Euro, mit dem Vermerk "persönliche Ausgaben - Rückzahlung offen" ins Auge.

Hätte Hunter die Kosten tatsächlich beglichen, hätte vermutlich kein Hahn mehr danach gekräht. Doch der Ausgleich fand nicht statt. Nun sind diese Ausgaben Bestandteil einer Ermittlung. Und damit kommen Details ans Tageslicht. Sicher ist wohl, dass die Ausgaben für Spiele draufgegangen sind, die auf Steam erworben wurden. Unter Einsatz der persönlichen Kreditkarte des Politikers floss das Geld.

Ein Sprecher von Duncan gibt nun Hinweise, weshalb denn bis dato keine Rückzahlung erfolgte. Angeblich habe Duncans Sohn die Kreditkartennummer seines Vaters genutzt, um ein Spiel über den Online-Dienst Steam zu erwerben. Anschließend ist es wohl zu verschiedenen, unauthorisierten Käufen unter der gleichen Kreditkartennummer gekommen.

Bislang hatte Duncan den offenen Betrag in seiner Bilanz nicht nachgezahlt, weil er wohl versucht, das Geld zuerst zurückzubekommen, um es dann nachzahlen zu können.

Das Ganze wirft Fragen auf:

  • Warum können Geldmittel für den Wahlkampf mit einer privaten Kreditkarte ausgegeben werden?
  • Weshalb hat der Sohn Zugriff auf die Kreditkartendaten seines Vaters?
  • Weshalb gibt es weiterhin solche Sicherheitslücken bei Steam?

Bis Ende der Woche soll Hunter vorweisen, wie denn nun die Kosten beglichen werden sollen.

1 von 30

Steam: 10 neue Spiele, die sich lohnen - Teil 2

Der Republikaner Hunter ist übrigens einer der wenigen Politiker, die sich gegen einen Zusammenhang von Waffengewalt unter Jugendlichen und dem Spielen von Videospielen ausspricht. Der Politiker sorgte außerdem für Aufsehen, weil er bei einer Sitzung eine E-Zigarette rauchte. Ein Vergehen, für welches Otto-Normalbürger in den Vereinigten Staaten mitunter empfindliche Geldstrafen zu erwarten hat.

Tags: Politik   Steam  

Kommentare anzeigen
Star Wars Battlefront: So könnt ihr ab kommender Woche gratis spielen

Star Wars Battlefront: So könnt ihr ab kommender Woche gratis spielen

Mit den Diensten EA Access und Origin Access hat Spielhersteller Electronic Arts (EA) zwei Dienste geschaffen, die euch (...) mehr

Weitere News