Ehemaliger Sony-Stratege: "Ich glaube nicht an Abwärtskompatibilität"

von Micky Auer (12. April 2016)

Im Konkurrenzkampf um die Vorherrschaft auf dem Konsolenmarkt stehen Microsoft und Sony an vorderster Front. Mit ständig neuen Funktionen und Angeboten versuchen die beiden Firmen ihre jeweiligen Geräte an den Spieler zu bringen. Ein Punkt, den Microsoft Konkurrent Sony dabei voraushat, ist die Abwärtskompatibilität der Xbox One, mit der auch Spiele der Xbox 360 auf dem neuen Gerät laufen. Sony hat zwar mit PlayStation Now ein ähnliches Programm in Arbeit, es will bis jetzt aber nicht so recht in die Gänge kommen.

Dazu meldet sich nun Shahid Kamal Ahmad zu Wort. Dabei handelt es sich um jemanden, der vor allem die Abläufe und Strategien von Sony bestens kennen dürfte, war er doch selbst als strategischer Planer für das Unternehmen tätig. Seiner Ansicht nach ist Abwärtskompatiblität unnötig, da man mit der Zeit gehen müsse. Eine entsprechende Funktion empfindet er höchstens als Hindernis, erklärt er gegenüber dem englischsprachigen Magazin Gamingbolt.

Speziell in der Zeit kurz nach dem Verkaufsstart einer neuen Konsolengeneration wollen viele Konsumenten nicht auf ihre älteren Spiele verzichten, zumal sich das Angebot neuer Software oft in Grenzen hält. Gleichzeitig wollen sie aber auch ihre neuen Geräte nutzen. Die aktuelle Vorgehensweise ermöglicht zwar das Spielen älterer Spiele auf den neuen Konsolen, allerdings müssen sie erneut gekauft und heruntergeladen werden.

"Seit 1982 mache ich Spiele oder helfe Leuten dabei, welche zu machen. Während dieser Zeit habe ich viele Dinge kommen und gehen sehen. Ich bin kein Freund der Abwärtskompatibilität. Stattdessen finde ich, dass jede Konsole ihr eigenes Repertoire haben sollte", erklärt Ahmad. Er vergleicht in Folge die Konsolentechnik mit Trägermedien in der Musik- und Filmindustrie.

"Wenn ich bereits Geld für CDs oder Schallplatten bezahlt habe, möchte ich nicht zur Kasse gebeten werden, um das gleiche Produkt als digitale Version zu erhalten. So finde ich zum Beispiel, dass iTunes Match eine tolle Idee ist. Auch Amazon ist dahingehend den richtigen Weg gegangen. Gekaufte CDs können gleich über die Cloud Collection gespielt werden."

Bei Filmen hingegen ist Ahmad der Ansicht, dass es kein Problem sein sollte, für eine digitale Version erneut zu bezahlen. Schließlich hätte er zwar die Möglichkeit, die Originale auf älteren Geräten zu sehen, will diese aber nicht extra dafür wieder aufbauen und anschließen. "Wir genießen die Vorteile der Technik. Das heißt gleichzeitig, dass wir mit der Zeit gehen müssen", erläutert Ahmad abschließend.

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Die Geschichte der Playstation

Shahid Kamal Ahmad trat vor nicht allzu langer Zeit in einem anderen Zusammenhang in Erscheinung, als er überraschend Rückendeckung für Nintendo bot. Grund dafür war die öffentliche Beschwerde eines Entwicklers wegen des Mangels an Entwicklerstationen für Nintendo NX.

Zur Klarstellung: Der Inhalt der Aussagen sind Ahmads persönliche Ansichten und spiegeln nicht den Standpunkt von Sony wider, zumal er ja dort auch nicht mehr arbeitet. Letztendlich solltet ihr selbst wissen, was euch am liebsten ist. Findet ihr, die PlayStation 4 braucht eine vollwertige Abwärtskompatibilität? Gerade Sony war dahingehend immer vorne mit dabei, bis zu Beginn des Lebenszyklus der PS3 diese Funktion plötzlich verschwand. Oder aber seid ihr auch der Ansicht, dass Abwärtskompatibilität ein Relikt aus der Vergangenheit ist, das keiner mehr braucht? Teilt eure Meinung mit anderen Lesern und uns in den Kommentaren!

Tags: Hardware   Retro  

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