Balrum: Der Rollenspiel-Geheimtipp

von Daniel Kirschey (28. April 2016)

Immer wieder erscheinen Spiele auf Steam, die an vielen Zockern vorbeigehen. Zum einen liegt es daran, dass gefühlt alle fünf Sekunden ein neues Spiel auf Valves Online-Plattform erscheint und viele davon so schlecht sind, dass ihr froh seid, wenn euer Gehirn seinen Job tut und sie wieder verdrängt. Zum anderen liegt das jedoch auch daran, dass einige Indie-Entwickler sich nicht viel Werbung und Marketing leisten können, wie es die großen Spielehersteller gerne auf euch als ihre Kunden loslassen. So geht leider ab und zu auch ein Spiel unter, dass es eigentlich verdient hätte, viel mehr in der Aufmerksamkeit der Spieler und der Presse zu stehen. Hier soll es um ein solches Spiel gehen: nämlich Balrum.

Balrum ist ein Rollenspiel, das sich eher an alte Klassiker als an modernen Spielen orientiert: eine Prise Baldur's Gate, eine weitere Prise Ultima und alles wird abgerundet mit einem kräftigen Schuss "Crafting" und voilà - es entsteht Balrum. Das Spiel stammt vom neuen Entwickler Balcony Team, der sein Konzept über Kickstarter vor einigen Jahren Spielern vorstellte und diese auch überzeugen konnte, denn das Kickstarter-Projekt verlief erfolgreich. Eigentlich visierte Balcony Team eine Veröffentlichung im Jahr 2014 an, doch erst dieses Jahr im März erschien Balrum auf Steam.

Balrum startet etwas ungewöhnlich: Statt eines "epischen Einführungsfilmchens", in dem Drachen oder respektive riesige Heere eine Burg angreifen, der Held sich diesem entgegenstellt, versagt und nun - ganz typisch für eine Heldengeschichte - stärker werden muss, um den übermächtigen Feind zu schlagen, beginnt Balrum mit einem angekokelten Haus. Irgendjemand hat versucht das Haus eures Großvaters niederzubrennen, während ihr auf der Jagd wart. Das ist zwar misslungen, aber das Haus ist trotzdem hin. Diesen Umstand nutzt das Spiel, um euch in das Ressourcensammeln und "Crafting"-System einzuführen. Dann geht es Schritt für Schritt weiter und nach einiger Zeit steht ihr doch in einer Handlung, die zu fesseln weiß. Wer jedoch keine Lust auf die Haupthandlung hat, kann das Spiel ähnlich wie Minecraft oder Stardew Valley spielen und sich nur mit dem Bau von Häusern oder der Feldwirtschaft beschäftigen. Balrum ist im klassischen Sinne des Wortes durchaus ein Sandbox-Spiel. Ihr entscheidet, wie ihr spielt.

Das heißt jedoch nicht, dass es sich nicht lohnen würde, der Haupthandlung zu folgen. Wie in anderen Rollenspielen trefft ihr auf eine Menge Charaktere, bekommt Haupt- und Nebenaufgaben und wertet im Laufe des Spiels euren Charakter auf. Dabei sind einige Reverenzen zu den alten Rollenspielklassikern in Balrum zu finden. Statt aber auschließlich in Kampffähigkeiten Punkte zu versenken, nehmen hier der Überlebens- und "Crafting"-Aspekt auch ihren jeweiligen Raum ein. Der Kampf kommt jedoch nicht zu kurz. Ähnlich wie in älteren "rougelike" Spielen, verläuft ein Scharmützel zwar ohne Runden aber doch Zug um Zug ab. Das gibt den Auseinandersetzungen im Spiel eine gekonnte taktische Tiefe.

Besonders hervorzuheben ist, dass Balcony Team stetig neue Aktualisierungen für das Spiel veröffentlicht und auf Wünsche der Community eingeht. Nicht ohne Grund gibt auch Steam den Rezensiondurchschnitt von Balrum als "Sehr positiv" an.

Tags: Fantasy   Indie   Open World  

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