The Division: So kaputt, da hilft nur noch eine Generalüberholung

von Micky Auer (28. April 2016)

Seit dem Verkaufsstart von The Division hat Hersteller Ubisoft alle Hände voll zu tun, um die weitverbreiteten Hacks einzudämmen, durch die ein signifikanter Teil des PvP-Modus (Spieler gegen Spieler) für viele Teilnehmer verdorben wird. Nun hat ein erfahrener Netzwerk-Entwickler in einem detaillierten englischsprachigem Blog-Eintrag die Behauptung aufgestellt, dass das Spiel komplett umgeschrieben werden müsste, um die größten Online-Sicherheitslücken zu stopfen.

Besagter Entwickler hört auf den Namen Glenn Fiedler und hat unter anderem schon an Sonys "God of War"-Serie und an Titanfall von Respawn gearbeitet. Er ist der Meinung, das Hauptproblem liege an der Basis-Struktur der Netzwerkfunktionen von The Division.

In seiner Analyse nimmt Fiedler Bezug auf ein Video (das mittlerweile auf "privat" gestellt wurde), in dem zu sehen ist, wie einem Spieler unendlich Energie und Munition verliehen wird, ebenso wie die Fähigkeiten, sich an jede beliebige Stelle im Spiel zu teleportieren und durch Wände zu schießen. Daraus folgert Fiedler, dass das Spiel über ein Client-Netzwerk-Modell verfügt, in dem der Server die Übertragung des Client hinsichtlich Spielerposition, Feuerrate, Inventar und selbst Treffer gegen den Spieler akzeptiert.

Dies sei grundlegend anders als in den meisten anderen Online-Spielen. Normalerweise akzeptiert der Server nicht jeden Bericht des Client, zumal gerade dieser relativ leicht zu manipulieren sei. Das Fehlen einer so basisbezogenen Netzwerk-Infrastruktur sei auch nichts Neues, meint Fiedler. Auf die Problematik haben zahlreiche Spieler bereits im Zuge der geschlossenen Beta im Januar hingewiesen. Während der Beta hat Hersteller Ubisoft zu Protokoll gegeben, sich der Probleme bewusst zu sein und versprach eine Lösung bis zum Verkaufsstart. Dennoch ist vor allem in der PC-Version Hacking nach wie vor an der Tagesordnung, was Spieler weltweit gewaltig nervt und den Spielspaß gehörig mindert.

Abschließend erläutert Fiedler, dass es nicht einiger simpler Aktualisierungen bedarf, um das Problem mit den Hackern einzudämmen. Seiner Ansicht nach muss das Spiel von Anfang bis zum Ende überarbeitet werden, um der Lage Herr zu werden. Ubisoft spricht indessen davon, wesentlich strenger gegen Schummler vorzugehen, die Spielfehler ausnutzen. Einzelne Banns scheinen jedoch im Angesicht des großen Ganzen nur ein Teilerfolg zu sein, wenn die Wurzel des Übels in technischen Unzulänglichkeiten an der Basis steckt. Wenn Fiedler mit seiner Analyse Recht behält, wird vermutlich noch viel Zeit vergehen, bis The Division frei von diesem Problem ist.

Die Fehlerdichte in The Division schlägt auf allen Seiten hohe Wellen. Erst kürzlich ließ sich ein Nachrichtensprecher des Fernsehsenders Fox dazu hinreißen, die Entwickler als Trottel zu beschimpfen.

Trotz der offensichtlichen Mängel steht die fortschreitende Erweiterung der Spielwelt von The Division jedoch nicht still. Aktuell holt sich Ubisoft die Meinung der Spieler ein, um das Spielgeschehen vielleicht in Zukunft auch außerhalb des virtuellen New York stattfinden zu lassen.

Tags: Online-Zwang   Multiplayer   Koop-Modus   Hacks  

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