Anwalt über Paris-Attentäter: "Generation GTA, die glaubt, in einem Videospiel zu leben"

von David Dieckmann (28. April 2016)

Am 13. November vergangenen Jahres richteten mehrere Attentäter in Paris ein Blutbad an. Der Anwalt eines der mutmaßlichen Täter äußert sich jüngst abfällig über seinen Mandanten Salah Abdeslam - und bringt auch Videospiele in die Diskussion mit ein. So nennt er den Täter "das perfekte Beispiel der Generation GTA".

Laut Medienberichten handelte es sich bei den Anschlägen um radikal islamistisch motivierte Attentate. 130 Tote und 352 Verletzte forderten die Gewaltakte. Einer der Drahtzieher soll besagter Salah Abdeslam gewesen sein, der kürzlich aus Belgien nach Frankreich ausgeliefert wurde.

Sein Anwalt, Sven Mary, äußert sich in einem Gespräch mit der französischsprachigen Seite Libération zu seinem Mandanten. Dort weiß er wenig Gutes über Abdeslam zu sagen. Unter Anderem schlägt er eine Brücke vom Verhalten Abdeslams hin zu Gewalt in Videospielen.

"Er ist das perfekte Beispiel der Generation GTA, die glaubt, in einem Videospiel zu leben", zitiert die Tagesschau Mary auf Twitter:

Auch andere Aussagen Marys lassen kein gutes Haar an Abdeslam. So habe der Täter "die Intelligenz eines leeren Aschenbechers" und sei "von einer abgrundtiefen Leere". Marys Aussagen sind entweder ein geschicktes Manöver, um die Schuldfähigkeit seines Mandaten zu mindern oder lassen darauf schließen, dass er wenig Interesse daran hat, seinen Klienten weiterhin zu verteidigen. Im Interview erwähnt er etwa, dass seine Töchter mit Polizeischutz in die Schule gebracht werden müssen, seit er das Mandat übernommen hat. Das klingt nach Frust.

Dass der Anwalt nun das Attentat aber in Verbindung mit Gewalt in Videospielen, genauer mit Grand Theft Auto 5 bringt, könnte allerdings einer beinahe tot geglaubten Diskussion wieder zu einstiger Relevanz verhelfen: Wie gefährlich sind Videospiele, die Gewalt darstellen?

Zu diesem Thema gibt es bereits dutzende Aussagen und Positionen. Etwa eine Studie, die belegt, dass Leute, die in den 90er Jahren "Killerspiele" gespielt haben, normal geblieben sind. Wir bitten übrigens darum, den Begriff "Killerspiele" nicht ohne Anführungszeichen zu verwenden, da der Begriff von Politikern erfunden und fälschlich in Umlauf gebracht wurde. Andere, makabere Projekte provozieren den realen Tod von Lebewesen in einer Art Videospiel - nur einer von vielen Videospiel-Skandalen.

Was haltet ihr von Marys Aussagen? Will sich hier ein frustrierter Anwalt Luft machen? Könnte die GTA-Aussage eine erneute "Killerspiele"-Diskussion vom Zaum brechen? Oder habt ihr eine andere These? Teilt uns eure Meinung in den Kommentaren mit.

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Tags: Politik  

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