Ubisoft unter Druck: Feindliche Übernahme durch Vivendi droht

von Marco Schabel (03. Mai 2016)

Ubisoft sieht sich schon seit einer Weile durch eine mögliche, feindliche Übernahme durch den Konzern Vivendi bedroht. Vivendi ist keine unbekannte Größe. Bereits 2007 fusionierte Vivendi mit Activision, die Firmen trennten sich jedoch wieder. Jetzt hat das französische Unternehmen die eigenen Anteile weiter aufgestockt, was dem Ubisoft-Chef ganz und gar nicht passt.

Das französische Medienunternehmen Vivendi musste sich vor einigen Jahren von Activision trennen, die sich selbst für eine große Geldsumme freigekauft haben. Das bedeutet aber offenbar nicht, dass die Ambitionen im Bereich der Videospiele damit verschwunden sind. Das beweist Vivendi damit, dass Aktien der beiden Unternehmen Gameloft und Ubisoft in nicht unerheblicher Menge gekauft wurden, offenbar mit der Absicht, die Kontrolle über die beiden Entwickler und Hersteller zu erlangen, die von der Guillemot-Familie geführt werden und für Spiele wie The Division und Assassin's Creed - Syndicate bekannt sind. In der Vergangenheit hat Vivendi mehrfach behauptet, beide Unternehmen nicht übernehmen zu wollen, was jedoch im Falle von Gameloft offenbar nicht der Wahrheit entsprach.

Ende Februar stockte das Unternehmen die Aktien auf und machte im Anschluss ein direktes Übernahmeangebot, welches von Gameloft abgelehnt wurde. Während an dieser Front weiter gekämpft wird, um das Unternehmen vor der Übernahme zu retten, hat Vivendi jetzt auch die Aktienanteile an Ubisoft aufgestockt, wie die englischsprachige Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Die Macher der Assassin's Creed-Serie fürchten, selbst ins Visier Vivendis zu geraten und finden klare Worte für die Absichten, die der Konzern nach eigenen Angaben gar nicht hat.

In einer Stellungnahme gegenüber dem amerikanischen Magazin Gameinformer betonte Ubisoft-Gründer und Geschäftsführer Yves Guillemot, dass er von der Stellungnahme Vivendis nicht überrascht sei und ebenso wenig von der Intention dahinter. "Dies ist eine Bestätigung ihrer stetigen Strategie, sich die Kontrolle zu erschleichen. Sie sagen, sie haben kein Interesse daran, Ubisoft zu übernehmen, während sie ständig weitere Anteile kaufen und einen Angriff auf dem nächsten Investorentreffen planen", so Guillemot.

Und der Ubisoft-Chef wird noch deutlicher: "Diese Strategie, immer wieder widersprüchliche Intentionen zu nennen, ist gegen jede gute Unternehmenspraxis und nicht im besten Interesse Ubisofts und deren Anteilseignern. Auch nach mehrmaligen Aufforderungen, ihre wahren Absichten zu nennen, hat Vivendi keine Details oder einen überzeugenden Plan genannt, wie diese Kooperation aussehen würde. Ubisofts Führung verpflichtet sich weiter dazu, die Unabhängigkeit des Unternehmens zu bewahren, was die Bedingung für eine langfristige gute Arbeit ist und unseren Aktionären zugutekommt."

Ob sich Gameloft und Ubisoft gegen den finanzkräftigen Konzern Vivendi durchsetzen können, wird die Zeit zeigen. Beide Unternehmen suchen aktuell händeringend nach Partnern, die eine feindliche Übernahme und das damit befürchtete "Töten der Kreativität" verhindern können.

Tags: Politik   Rumor  

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