Electronic Arts glaubt nicht an eine Zukunft mit klassischen Konsolen

von Marco Schabel (09. Mai 2016)

Spielehersteller Electronic Arts (EA) hegt große Zweifel, dass ihr auch in Zukunft Spielekonsolen im Handel findet. Stattdessen rechnet das Unternehmen mit einer rein digitalen Zukunft, in der Firmen klassische Konsolen nicht mehr produzieren würden.

Zugegeben, es ist nicht das erste Mal, dass ein Spieleherausgeber zu Protokoll gibt, dass er eine Zukunft ohne Konsolen sehe. Es scheint im Interesse der Unternehmen zu liegen, eine rein digitale Zukunft zu erschaffen, in der optische Laufwerke und physische Kopien der Videospiele keine Rolle mehr spielen. 2012 gab es bereits einen entsprechenden Vorstoß von EA, Spiele nur noch digital anzubieten. Während die meisten von euch wahrscheinlich dagegen sind und auch die Infrastruktur weltweit längst nicht weit genug ausgebaut ist, um diesen Traum Realität werden zu lassen, glaubt EA dennoch, dass Firmen bald keine klassische Konsolen mehr produzieren würden.

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"Ich bin nicht sicher, dass es noch Konsolen geben wird, wie wir sie kennen", so der Leitende Wettbewerbsbeauftragter Peter Moore von EA zum englischsprachigen Magazin Daily Orange. "Spiele werden durch Streaming-Technik zugänglich sein, wodurch wir keine Hardware mehr zwischen den beiden Elementen benötigen. Wenn wir gemeinsam Battlefield 12 spielen wollen, dann springen wir einfach mit irgendeinem Bildschirm, den wir gerade zuhause haben in das Spiel. Es wird eher auf einem Chip sein, als in einem Kasten."

Mit dieser Einschätzung der (wie eingeräumt wurde fernen) Zukunft sorgte die EA-Führungskraft, nicht gerade für Begeisterungsstürme. Dass eine rein digitale Zukunft (was auf dem PC dank Steam bereits Usus ist) auf den Konsolen nicht im Interesse aller Kunden ist, scheint EA dabei vergessen zu haben. Zuletzt erlitt Microsoft einen mittelschweren Imageschaden, als sie die Xbox One in eben diese Richtung lenken wollten.

Mit einer Zukunft, wie Peter Moore sie weissagt, kämen schließlich nicht nur Vorteile, sondern auch Einschränkungen. Diese betreffen vor allem den Verkauf von gebrauchten Spielen, Online-Zwänge und nichts Greifbares ins Regal stellen zu können. Je nachdem wie sich alles in Zukunft entwickelt: Die möglichen Unannehmlichkeiten durch nicht flächendeckende Glasfaserverbindungen, regelmäßige Server-Ausfälle und -Wartungen, insbesondere auf Seiten des PlayStation Network und sogenannte DDoS-Angriffe könnten den Spielspaß und somit auch die Chance auf eine rein digitale Zukunft noch mehr mindern.

Demnach bleibt abzuwarten, ob Peter Moore die Zukunft vorausgesagt hat, oder auch EA auf absehbare Zeit weiter Spiele auf Plastikscheiben oder vielleicht Module pressen muss.

Tags: Hardware  

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