Paradox lässt rassistische Mod für Stellaris entfernen

von Daniel Kirschey (26. Mai 2016)

Wer von euch spielt momentan Stellaris? Das komplexe Strategiespiel von Paradox begeistert nicht nur Spieler, sondern auch viele Kritiker. Doch anscheinend sind nicht alle mit dem Spiel in der originalen Fassung zufrieden. Doch dafür gibt es ja schließlich Modifikationen, die das Spiel anpassen, so dass fast jeder Stellaris so zocken kann, wie es ihm gefällt. Und wenn ihr beispielsweise keine afrikanischen, asiatischen oder andere nicht europäische Menschen auf euren Raumschiffen und Planeten haben wollt, dann installiert ihr eine Mod ... und schwupps, sind alle weiß, haben europäische Namen und niemand muss Angst vor Überfremdung haben - was für eine gruselige Vorstellung.

Paradox hat nun beschlossen die Modifikation mit dem Namen "European Phenotype and Names Only (White Humans)" - Ausschließlich Europäische Phenotypen und Namen (Weiße Menschen) - von Steam zu entfernen. Gründe dafür seien unter anderem auch die vielen rassistischen Kommentare, so Susana Meza Graham, Geschäftsführerin von Paradox Interactive, über einen Twitter-Beitrag, die nicht mit den Verhaltensregeln übereinstimmen würden.

"Wir haben einige Verhaltensregeln, die für den überwiegenden Teil einer Dekade in Kraft sind, die unter anderem rassistische Verleumdungen nicht erlauben. Wir interpretieren diese bestimmte Modifikation als einen Bruch dieser Regeln. Allerdings erscheint es, dass die Kommentare, die diese Modifikation umgeben, vielmehr das tatsächliche Problem sind als die Modifikation selbst."

Einige Spieler regen sich nun auf, da sie sich in ihrer Weltsicht gegängelt fühlen. Im Grunde häufen sich nun auch unter obigem Twitter-Beitrag rassistische Kommentare. In denen wird die Mod mit genau jenen Aussagen gerechtfertigt, die wohl schon zur eigentlichen Löschung der Mod geführt haben. Diese Modifikationen gehen in genau die entgegengesetzte Richtung, die Paradox mit dem Spiel einschlagen wollte, wie die Entwickler gegenüber dem englischsprachigem Magazin Eurogamer angeben:

"Wir haben das Spiel mit einer akuraten Repräsentation von Menschen veröffentlicht. Das bedeutet, vielfältig in Ethnien wie auch in Persönlichkeiten. Wir begrüßen die Idee, dass Spieler das Spiel so modifizieren können, wie sie es spielen wollen, wir wünschen jedoch NICHT [Hervorhebung im Original, Anmerkung der Redaktion], damit diskriminierende Praktiken zu ermöglichen."

Bei vielen Spielern kommt das Vorgehen von Paradox jedoch nicht so negativ weg, wie einige nun vielleicht vermuten. Denn viele können den Schritt des Unternehmens nachvollziehen und sehen in der Mod und in den Kommentaren ebenfalls ein Problem, wie Stellungnahmen unter dem Twitter-Beitrag von Susana Meza Graham zeigen.

Tags: Politik   Mod  

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