Guild Wars 2: Hacker trollt die Entwickler

von Marco Schabel (27. Mai 2016)

Ein Hacker hat jüngst die Entwickler des Online-Rollenspiels Guild Wars 2, die Verantwortlichen des Server-Dienstes Arenanet und deren Vorgehen gegen Schummler an der Nase herumgeführt und sich damit im englischsprachigen Reddit-Forum gebrüstet.

Wie sich einem populären Eintrag im Reddit-Forum entnehmen lässt, hat sich ein Hacker in den vergangenen Tagen einen Spaß mit den Machern des Online-Rollenspiels (MMORPG) Guild Wars 2 erlaubt. Genauer genommen richteten sich seine Taten gegen Arenenet, die Betreiber des Dienstes, die von sich selbst behaupten, Schummler und Hacker von den Servern verbannt zu haben. Wie der Hacker "MegaWormHole" allerdings zeigt, sollten die Verantwortlichen etwas bescheidener sein.

Um diese auf Sicherheitslücken in Guild Wars 2 aufmerksam zu machen, hat er sich einige Späße im Spiel erlaubt, ohne dafür gebannt zu werden. So hat er sich ein Schummel-Programm zur Hilfe genommen, um die "Super Adventure Box", ein "Event"-Level im Spiel in wenigen Minuten abzuschließen (siehe auch: Aprilscherze, die ihr 2013 nicht verpasst haben solltet). Auf diese Weise hat er sich in ein paar Stunden 5.200 Gold-Einheiten ergaunert, die er im Anschluss über eine spezielle Seite für knapp 75 Dollar (umgerechnet etwa 67 Euro) veräußerte. Allerdings wurde er hier noch nicht gebannt.

Also machte der "Guild Wars 2"-Cheater weiter und wendete sich dem "Welt gegen Welt"-Modus zu. Hier verwendete er einen "No Clipping"-Cheat, mit dem er durch Wände und den Boden gehen konnte. Der entsprechende Modus stellt den kompetitiven Teil des Rollenspiels dar und hat daher noch stärkere Reglementierungen, was eigentlich noch schneller zu einem Ausschluss führen sollte. Tat es aber nicht.

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Guild Wars 2 in Bildern

Da "MegaWormHole" nicht einfach nur Mist bauen, sondern auf ein Problem aufmerksam machen wollte, tat er im Anschluss das einzig Richtige: Er schilderte im öffentlichen Forum seine Betrügereien und fragte sich, warum er nicht gebannt wurde, obwohl er nachweislich von mehreren Spielern gemeldet wurde. Offenbar über mehrere Monate trieb er sein Unwesen und hatte im Hinterkopf die Aussage der Arenanet-Mitarbeiter, dass das aktuelle "Anti Cheat"-System als fehlerfrei beschrieben wurde, was es offenbar nicht ist. Und er erhielt eine Antwort.

Die Antwort stammt vom Arenanet-Mitarbeiter Chris Clearly und ist ebenfalls auf Reddit zu finden. Er versichert, dass das System aus technischer Sicht keinen Fehler gemacht hatte. Der Hacker sei bereits seit April auf einer Liste mit 300 weiteren Schummlern geführt, gegen die Maßnahmen ergriffen werden sollten. Letztlich sei es ein Fehler der Mitarbeiter selbst gewesen, die trotzdem nichts unternommen haben. Ob und wann die Sicherheitslücken behoben, ist unklar. Ebenso unklar ist die Frage, was jetzt mit "MegaWormHole" geschieht. Er selbst rechnet mit einem Ausschluss, mit dem er auch vollkommen einverstanden ist.

Es geht übrigens auch andersrum. In Counter-Strike Global Offensive wurde vor Kurzem ein Hacker selbst mit Cheat-Tools genarrt.

Tags: Hacks   Fantasy   Multiplayer  

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